Autor: Norma Schneider

Schreiben gegen Putin: Oppositionelle Gegenwartsliteratur aus Russland

von Norma Schneider

Die ukrainische Schriftstellerin Oksana Sabuschko schrieb vor kurzem in der Neuen Zürcher Zeitung, dass die westeuropäischen Leser*innen russischer Literatur naiv seien. Sie hielten die Klassiker für schön und humanistisch, während sie seit zweihundert Jahren ein Weltbild verbreiten, „in dem man den Verbrecher nicht verurteilt, sondern bedauert und Mitleid mit ihm hat“, weil die Umstände ihn zur Grausamkeit zwingen. Sabuschko und andere Autor*innen werfen der russischen Literatur außerdem imperialistisches Denken und die Verherrlichung von Unterdrückung und Gewalt vor, sehen sie als Wegbereiter des Angriffs auf die Ukraine. Ebenso wird es als ein Zeichen kolonialen Denkens kritisiert, dass die russische Literatur Autor*innen für sich beansprucht, die gar keine Russ*innen sind – zum Beispiel die Ukrainer Nikolai Gogol und Michail Bulgakow.

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