Autor: Maryam Aras

Nicht mitgemeint – Olivia Wenzels ‘1000 Serpentinen Angst’ im ‘Literaturclub’

von Maryam Aras

 

„Wie gesagt, ich, Elke, bin auch kein Freund von Rap.“ „Ich, Elke, bin kein Freund von R-A-P.“  Olivia Wenzel und Malu Peeters sitzen auf der Bühne der Frankfurter Naxos Halle, an einem Tisch mit ungefähr einem Meter Abstand zueinander. Hinter ihnen ist ein Bild einer Hand an die Wand geworfen, die wiederum ein kleineres Foto einer Hand verziert mit einer Kette und vielen Ringen zu halten scheint. „Hallo, ich bin Philipp Tingler und ich finde, das ist kein Schreiben, das ist Seitenfüllen.“ „Das ist Seiten-FÜHLEN.“ Weiterlesen

Wenn das Lachen vergeht – Abbas Khider schreibt den modernen Irak

von Maryam Aras

 

In der britischen TV-Serie Baghdad Central kämpft der ehemalige Polizei-Kommissar Muhsin al Khafaji (gespielt von Waleed Zuaiter) sich mit seinen Töchtern durch die Hölle der von US-Amerikanern und Briten besetzten irakischen Metropole. Weil er unter Saddam Hussein gedient hatte, ist er im post-baathistischen Irak in Ungnade gefallen. Nun wirbt ihn ein britischer Regierungsbeamter an, der – aus politisch aufrichtigen Motiven scheint es – eine irakisch geführte Polizei wiederaufbauen will. Doch Khafaji verfolgt seine eigene Agenda: Seine ältere Tochter Sausan (Leem Lubany) ist verschwunden und die jüngere Mrouj (July Namir) ist schwer krank und kommt ohne Hilfe von außen nicht an die lebensnotwendige Dialyse-Behandlung. Kommissar Khafaji macht sich jeden Tag aus seinem halbzerstörten Viertel, in dem mittlerweile die Jungen der Nachbarschaft bewaffnet mit ein paar Maschinengewehren und islamistischen Sprüchen das Sagen haben, auf in die „Green Zone“, in das Hochsicherheitsgebiet der Besatzer. Doch auch die scheinen verstrickt in Sausans Verschwinden. Sobald beide Töchter zurück und gesund sind, will Khafaji nur eins – raus aus Irak. Weiterlesen

Braune Held*innen, große Literatur – ‘Das Paradies meines Nachbarn’ von Nava Ebrahimi und das weiße Feuilleton

von Maryam Aras

 

„In der Vagheit fühle ich mich geborgen“, lässt Nava Ebrahimi ihre Heldin Mona in ihrem ersten Roman Sechzehn Wörter sagen. Mona ist, wie die Autorin selbst, im Iran geboren und in Köln groß geworden. Anders als ihre Schöpferin ist Mona, 34, Ghostwriterin eines  Ghostwriters für Celebrity-Autobiographien. Als ihre Großmutter in Maschhad stirbt, reist sie mit ihrer Mutter in den Iran und eine roadmovieartige Geschichte, entlang erzählt an sechzehn persischen Wörtern und Redewendungen, nimmt ihren Lauf. Weiterlesen