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Rezension: Nowhere Boy

Jeder “Blogratgeber” gebietet sich doch bitte auf ein Thema zu beschränken, um eine kleine feine Lesergemeinschaft zu gewinnen. Ich möchte aber gerne über die Dinge schreiben, die mich momentan begeistern. Der geneigte Leser möge sich daran erfreuen, jeder andere geflissentlich darüber hinweggehen.

Nach dem Jahreswechsel habe ich endlich “Nowhere Boy” gesehen. MV5BMTk0ODYwNzc5OF5BMl5BanBnXkFtZTcwNDI2MDYzMw._V1._SY317_.jpgAaron Taylor-Johnson verkörpert den jungen John Lennon, den wir als Heranwachsenden durch Liverpool und in die Beat-Szene begleiten. Der Film orientiert sich an der wahren Geschichte und der Fokus liegt daher primär auf den schwierigen Familienverhältnissen mit denen sich John konfrontiert sah: Mit fünf Jahren kam er zu seiner strengen Tante Mimi, da sich seine sehr junge Mutter sich nicht ausreichend um ihn kümmern konnte. Als sein Vaterersatz-Onkel stirbt, plötzlich seine Mutter wieder in sein Leben tritt und ihn mit Rock ‘n Roll in Berührung bringt, bricht er aus den bürgerlichen Zwängen aus und will seine eigene Band gründen. Weiterlesen Rezension: Nowhere Boy

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Die letzten Bücher 2012

Die letzten Neuerwerbungen will ich noch schnell erwähnen bevor ich sie lese bzw. auf den Stapel lege. Bewusst sind es dieses Jahr etwas weniger in Anbetracht der angehäuften Ungelesenen.

walser_13_kapitel-183x300_thumb.jpgAm 24. noch schnell beim Restgeschenke kaufen mit auf den Stapel an der Kasse gelegt. Viele sehr positive Kritiken vorabgelesen und letztes Jahr mit meiner Freundin bei einer Lesung des Großmeisters geworden, warum also nicht?! Weiterlesen Die letzten Bücher 2012

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Rezension: In einer Person von John Irving

Es ist mir eine Freude eine erste “Fremdrezension” veröffentlichen zu können. Im Gespräch mit einem Freund haben wir über John Irving gesprochen, den ich ihm nur wärmstens ans Herz legen konnte, was im Erwerb seines neusten Werkes gipfelte. Das Irving-Universum ist ein spezielles. Das sagt Manuel dazu:

4130mF3+EiLDie Laienbühne des – stets Frauenrollen spielenden- Großvaters und die Bücherei der für sein sexuelles Erwachen verantwortlichen Bibliothekarin Mrs. Frost – diese beiden Fixpunkte sind prägend für den 13jährigen William, der vaterlos und mit Sprachfehler im ländlichen Vermont der 50er Jahre aufwächst.
Mit dem smarten Stiefvater Richard, seiner besten Freundin Elaine, sein Schwarm und zugleich seine Nemesis Jacques Kittredge und dem „armen Tom“ erweitert der Erzähler, der sich alsbald als 70 jährige Version der Hauptfigur „outet“ (ein sehr wichtiges Wort in diesem Buch) sein Tableau an Story-tragenden Figuren. Weiterlesen Rezension: In einer Person von John Irving

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Klassiker als Graphic Novels

Wusste ich bis vor wenigen Wochen gar nicht was die Graphic Novel vom Lustigen Taschenbuch unterscheidet, und bin mir auch jetzt noch nicht so sicher, scheinen sie mich nun zu verfolgen. Kaum habe ich die neue Vokabel gelernt, sprechen alle um mich davon. Neustes Beispiel das gestern von mir rezensierte Buch “Literatur!”, in dem doch häufig auf die gelungene, oder weniger gelungene, Umsetzung des Stoffs als Graphic Novel verwiesen wird: so z.B. bei der “Göttlichen Komödie”, “Emil und die Detektive” oder “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit”. Also habe ich gestern mal etwas recherchiert und bin auf den ausführlichen Artikel des Deutschlandfunks gestoßen, in dem auch viele weitere Empfehlungen ausgesprochen werden. Weiterlesen Klassiker als Graphic Novels

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Literatur!

Ich hoffe alle haben Weihnachten gut überstanden.

Neben meinen Neuerwerbungen und den Geschenken, die nachher noch einen eigenen kurzen Eintrag bekommen sollen, möchte ich kurz eine Rezension eines Buches einschieben, das es mir sehr angetan hat.

Literatur!: Eine Reise durch die Welt der Bücher von Katharina Mahrenholtz, illustriert von Dawn Parisi.

literatur

War mir beim Stöbern bereits aufgefallen und ich hatte es mir vermerkt. Nun hat es sich tatsächlich meine Mutter zu Weihnachten gekauft und damit nicht nur sich, sondern auch mich beschenkt.

Es wird nur so durch den Kanon der klassischen Weltliteratur galoppiert. Die Hauptartikel umfassen nicht mehr als eine Seite und zu besonders wichtigen Autoren und ausgewählten Exoten oder Lieblingen gibt es noch eine Seite Biographie obendrauf. Den Anfang macht “Die Göttliche Komödie” und den Schlusspunkt setzen “Die Korrekturen” . Kurze Inhaltsangaben, die auch große Werke nicht schonen und in denen auch offen zugegeben wird, dass die Schwierigkeit einer solchen von “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” nicht unbedingt (nur) die ungeheure Zahl an Seiten ist, sondern eben auch “dass es seitenlag gar keine Handlung gibt, sondern eher so etwas wie gedankliche Abschweifungen.” Launige Kategorien wie “Smalltalk-Info” oder “Für Einsteiger” enthalten interessante Querverweise auf andere Werke des Autors, den geschichtlichen Hintergrund, die gesellschaftlichen Strukturen zu der Zeit oder der Rezeption des Werks.

Garniert wird das ganze mit eingeschobenen Doppelseiten “Kurz, wichtig” mit halbseitigen Kurzrezensionen anderer Werke der Zeit, Tipps für verschiedene Lesetypen oder auch eine Auswahl schöner Buchanfänge. Als Beispiel für den Mut der Autorin zählt hier zum Beispiel, dass sie mit seinem “Nachts, im Mondschein, lag auf einem Blatt ein kleines Ei” mal eben “Die kleine Raupe Nimmersatt” von Eric Carle in den Kanon der Weltliteratur schummelt. Und eben dieser Mut ist es, der dieses Buch so großartig macht, keine Scheu davor zu haben, dass manche Werke nicht leicht zu lesen sind, manche vielleicht keine Handlung haben oder alles in allem eine schlechte Story, versehen mit der Erläuterung  warum diese aber trotzdem in ein Kompendium der Weltliteratur gehören.

Wenn über der Garnitur noch ein i-Tüpfelchen erlaubt sein darf, die Illustrationen sind witzig und karikaturesk, aber nicht albern und die teilweise auf einer Seite zeichnerisch dargestellten Gesamthandlungen eines ganzen Romans großartig.

Obendrauf, in dem Fall eher untendrauf, gibt es eine Zeitleiste die fortlaufend auf jeder Seite veranschaulich, was zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in der Geschichte sonst so los war, hierzu gehört eben durchaus auch das Patent für das Weckglas und die Rolltreppe 1892, aber ebenso das Erscheinen anderer wichtiger Werke in Literatur, Kunst oder Musik.

Das Buch eignet sich für alle! Für den Einsteiger in die Lektüre von Klassikern, weil es Appetit auf mehr macht, für den der neue Anregungen braucht, natürlich auch für den Besserwisser, der gerne mit Wissen über (Nicht)gelesenes prahlen will, aber selbst der Vielleser lernt hier neues. Es macht Spaß die frotzelnden Texte auch über eigene Lieblingsbücher zu lesen und besonders erfreut einen dann noch, dass Bücher wie “Emil und die Detektive” oder die “Fünf Freunde” Erwähnung finden.

Ein alles in allem wundervolles, schön gemachtes Buch!

Aber Achtung! Viele neue Tipps, Anregungen und wieder- oder neuentdeckte Interessen oder Bücher, die man unbedingt lesen muss, haben halt auch viele neue Wünsche zur Folge. Bis jetzt bei mir neu auf die Wunschliste geschafft haben es schon:

Alma Mahler-Werfel – Mein Leben
Klaus Mann – Der Wendepunkt
Ernest Hemingway – Paris, ein Fest fürs Leben
Wolfgang Borchert – Das Gesamtwerk

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“Die Toten von 2012”

Die “Zeit”, die traumhafte Wochenzeitung, tut mir immer wieder den Gefallen ihre Artikel online zu veröffentlichen und erspart mir als Sofaleser kleiner Formate so mich an den Tisch zu setzen und das Papier auszubreiten.
2012 ist fast vorbei und als ich mit “Anstelle eines Nachrufs” begann, waren schon viele zu spät, wie die “Zeit” mir jetzt in ihrer Liste aufzeigt.
Besonders hervorheben und mit entsprechenden Verweisen “anstelle eines Nachrufs” ausstatten, möchte ich diese Herren: Weiterlesen “Die Toten von 2012”

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Unheimlich genau

Dass mir Flauberts Madame Bovary ganz besondere Freude gemacht hat, klang unten schon an, auch dass ich nicht nur Liebhaber sogar Fan der von Hanser veröffentlichten Neuübersetzungen bin, ferner dass die Übersetzung von Frau Edl wohl ihresgleichen sucht.
Die Rezension in der “Zeit” ist für mich daher so besonders, da ich nicht nur die Freude des Autors an den Kleinigkeiten wunderbar finde, sondern auch dass eben diese Kleinigkeiten mit Beispielen beschrieben werden.
Ich bin ein “schneller Leser” wie Herr Isenschmid es nennt und trotzdem habe ich Freue an den “Varianten des Klein-Klein”, aber eben nur wenn sie mir wie hier derartig vorgesetzt werden. Als der französischen Sprache nicht mächtig, wäre ich darauf angewiesen einzelne Übersetzungen miteinander zu vergleichen, was mich zwar deren Unterschiede in der Sprache, nicht aber deren Klasse in der Übersetzung erkennen lassen würde.

Es war sowieso schon mein Plan, wenn mal 40 € über sind, mir diese Madame Bovary erneut zuzulegen. Vielleicht werde ich in meinem begrenzten Rahmen mal vergleichen. Aber, wenn man den überall lobenden Worten glauben darf, wahrscheinlich dem Originaltext, der mir bis auf weiteres sprachlich nicht zugänglich sein wird, etwas näher sein.

“Madame Bovary”: Die Freuden der Genauigkeit | Kultur | ZEIT ONLINE.

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