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54books Posts

Interview mit dem Verleger von Manesse

Ein sehr interessantes Interview mit dem Manesse-Chef Horst Lauinger gibt es heute bei der Zeit.
Interessante Gedanken zu Bildungsbürgertum, Weltliteratur und Kanonisierung.

Bis weit in die sechziger und siebziger Jahre hinein gab es ein intaktes Bildungsbürgertum; Menschen, für die es selbstverständlich war, Shakespeare, Dante, Schiller, oder Goethe gelesen zu haben. Man hatte Schallplatten der Deutschen Grammophon zu Hause stehen und las die Klassiker in edlen Ausgaben. Traditioneller Kulturkonsum gehörte für diese humanistische Trägerschicht, die sich aus Beamten, Ärzten, Juristen, Lehrern, ja sogar aus Politikern zusammensetzte, zum Selbstverständnis, war integraler Bestandteil bürgerlicher Standesehre. Das ist – völlig wertfrei formuliert – in den Siebzigern gehörig ins Wanken geraten, als beispielsweise ein Peter Stein anfing, Klassiker gegen den Strich zu bürsten und allgemein eine kritische Auseinandersetzung mit dem Erbe der Hochkultur einsetzte.

Link zum Interview

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Bildungslücke? Film-Rezension: Les Misérables

Ich liebe Stefan Zweig, aber seine Balzac Biographie ist nicht gut, das beste an ihr, die erst posthum veröffentlicht wurde, sein Hauptwerk werden sollte (in seinen Augen) und nicht ganz fertig wurde, ist (leider leider leider – für Zweig) die paar Seiten Beschreibung Victor Hugos des Tods Balzacs. Daher stand für mich fest, dass ich mich etwas mit dem Schaffen Hugos auseinandersetzen sollte: Der Glöckner von Notre-Dame wartet auf der Liste noch auf mich, auch wenn ich mich eigentlich auf “Die Elenden” oder wie es im Original heißt “Les Misérables” stürzten wollte. Nicht das Buch zum Film, nicht das Buch zum Musical, sondern die Vorlage. Und hier kommt wieder meine Ignoranz: bevor ich wusste, dass die Vorlage von eben diesem größten aller französischen Schriftsteller, so die meisten Franzosen, kommt, habe ich um das Musical einen Bogen gemacht. Dies mag einerseits daran liegen, dass ich Musicals zu meist allzu profan finde (klingt härter als ich das meine) oder an dem Hype, der noch vor ein paar Jahren umging und der Musicalbesuch, nein die Musical-Event-Reise, die Ballonfahrt der 00er Jahre wurde – DAS Geschenk zum 50. Weiterlesen Bildungslücke? Film-Rezension: Les Misérables

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Blogger schenken Lesefreude 2

Wie bereits angekündigt nehme auch ich an der Aktion “Blogger schenken Lesefreude” am 23. April dem Welttag des Buches teil.
Der Welttag des Buches geht wohl (danke Wikipedia) auf die katalanische Tradition zurück am Namestag des Volksheiligen St. Georg nicht nur Rosen, sondern auch Bücher zu verschenken; außerdem fallen Geburts-/Todestag von Shakespeare und der Geburtstag von Miguel de Cervantes auf diesen Tag. blogger_logo Weiterlesen Blogger schenken Lesefreude 2

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100 Tage 54 books

Die meisten Politiker müssen nach 100 Tagen ihrer Amtszeit das erste Mal Bilanz ziehen und häufig wird das Folgende am Bisherigen gemessen.

Als Idee und kleines Projekt Ende November gestartet, freue ich mich, dass es mein Blog inzwischen auf 71 Beiträge bringt, ich über 220 Follower bei Twitter habe und 1149 Leser insgesamt 2329 Clicks fabriziert haben. Hierfür an dieser Stelle: Vielen Dank!

Ich habe Blut geleckt und freue mich auf weitere Leseerfahrungen, Rezensionen und den Austausch mit anderen Lesern.

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Doppelrezension: Herz der Finsternis–Apocalypse now

Mehrfach habe ich “Herz der Finsternis” von Josep Conrad angefangen und bin nicht über die erste Seite, der mit knapp 130 Seiten nicht sehr umfangreichen, Erzählung hinausgekommen. Das kleine Anaconda Büchlein liegt seither bei mir auf dem Stapel. Krankheitsbedingt hatte ich die letzte Woche aber viel Zeit zum Lesen und manchmal muss man am Anfang halt beißen. Weiterlesen Doppelrezension: Herz der Finsternis–Apocalypse now

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Herz der Finsternis

Nein, ich liebe die Arbeit nicht, mir gefällt es viel besser, herumzuliegen und all die schönen Dinge zu überdenken, die getan werden könnten. Ich liebe die Arbeit nicht – kein Mann tut das –, aber ich liebe das, was in der Arbeit drinsteckt – die Möglichkeit, sich selbst zu finden. Die eigene Wirklichkeit – für einen selbst, nicht für andere –, das was kein anderer Mensch jemals wissen kann. Die anderen können immer nur die bloße Leistung sehen und nie begreifen, was eigentlich dahintersteckt.

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Rezension: Tiere essen

30157996N.jpgIch esse gerne Fleisch, Jonathan Safran Foer eigentlich auch – bis er sich, anlässlich der Geburt seines Sohnes, auf die Suche begibt. Er will hinter die Zäune sehen, er will in die Fabriken sehen, in denen Tiere geboren, großgezogen und geschlachtet werden und die Leute treffen und interviewen, die dies als Beruf machen. Er ist nicht als Kampf-Veganer auf die Welt gekommen und will so weit wie möglich objektiv bleiben und das ist der Punkt der das Buch nicht nur glaubhaft, sondern GUT macht. Weiterlesen Rezension: Tiere essen

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