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Versuchung und Versagen: Zwei Mal Dostojewskis “Spieler”

Gerne poste ich im Folgenden eine Rezension meines Freundes und Blogger-Kollegens Tobi von “Texte und Bilder”, nicht nur, weil er auch die passende Graphic Novel rezensiert, sondern weil seine Rezension einfach gut ist:

Im Sommer 2006 habe ich in New York City ein Praktikum bei einem Strafverteidiger gemacht, der sich unter anderem auf Mord und Totschlag spezialisiert hat. Gleichzeitig habe ich die letzten Kapitel von Fjodor Dostojewskis “Schuld und Sühne” gelesen. Diese Kombination hatte es in sich. Manche der realen Fälle erinnerten mich an die Hauptfigur aus Dostojewskis großem Roman. Seitdem gehört der russische Weltliterat zu meinem engsten Favoritenkreis.

Vor einigen Wochen beschlossen einige Freunde und ich, gemeinsam Dostojewskis “Der Spieler” zu lesen. Gesagt getan: Die kürzere, in nur 26 Tagen von Dostojewski an eine Stenographin herunterdiktierte Erzählung war schnell gelesen, um nicht zu sagen verschlungen. Als ich dann auf Twitter vom Splitter Verlag erfuhr, dass es von diesem Werk eine Adaption als Graphic Novel gibt, war mein Interesse aufs Neue geweckt. Doch eins nach dem anderen. Weiterlesen Versuchung und Versagen: Zwei Mal Dostojewskis “Spieler”

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“Der Krieg wird das Schlechteste in uns zum Vorschein bringen”

Im Nachgang noch zum Ende des gestern laufenden und gestern empfohlenen Dreiteilers “Unsere Mütter, Unsere Väter” hier noch ein interessanter Beitrag von Martin Schulz dem Präsidenten des Europäischen Parlaments, der gut Lehren und Aussagen der Filme zusammenfasst, die in dieser Form und Eindringlichkeit selten im deutschen Fernsehn laufen.

Wer die drei Teile verpasst hat, sollte dies unbedingt nachholen und natürlich die beiden von mir besprochenen Remarque Bücher (Im Westen nichts Neues und Die Nacht von Lissabon) lesen, aber vorsicht: Man könnte nachdenklich werden!

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Unsere Mütter, unsere Väter

Das ist nun wirklich mal ein Dreiteiler, der sich zu sehen lohnt und nicht der hunderste Aufguss von “in der Trümmerwüste auch noch zwischen zwei Männern” stehenden Damen die “von Christine Neubauer, Maria Furtwängler oder Veronica Ferres gespielt werden können.” Absolute Fernsehpflicht heute Abend für den dritten Teil und wer die ersten beiden Teile noch nicht gesehen hat, sollte dies vorher in der ZDF-Mediathek nachholen, in der die Folgen, ab heute Abend dann auch alle drei, noch für eine Zeit grati abrufbar sein sollten.

Hier der Link zum Artikel der FAZ, aus dem obenstehendes Zitat stammt und eine interessante Einführung gibt.

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Das Buch der Snobs

1. Der Auswahl der Damen und Herren von Manesse kann, darf, sollte man trauen, denn haben Ahnung von dem was sie tun und ohne diesen Verlag wäre meine, deine, unsere Welt der Klassiker um einiges ärmer. Mit größstes Plus ist die Vielfalt der verlegten Werke: durch sämtliche Epochen, über alle Länder- und Kulturgrenzen werden Werke zum ersten Mal veröffentlicht, neuübersetzt oder -aufgelegt. Selbstverständlich, dass in einem so breit aufgestellten Programm für jeden etwas dabei, aber nicht alles für jeden etwas ist.

2. Ich breche keine Bücher ab (eigentlich; zumindest nicht nachdem ich mir einen entsprechenden Prozentsatz der Seiten zum Einlesen gegeben habe. Schwammige Sache, denn dieser kann auch mal zwischen 20 und 50 Prozent liegen). Weiterlesen Das Buch der Snobs

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Die Nacht von Lissabon

In der Emigration in Zeiten NS-Deutschlands war nichts wertvoller als ein gültiger Pass, ein Visum für einen Staat, in dem noch nicht der Terror wütete und in dem man nicht verfolgt wurde, und ein Möglichkeit dorthin zu kommen. Der junge Erzähler in Erich Maria Remarques Buch streift nachts durch Lissabon und versucht irgendwie diese drei Chancen des Überlebens für sich und seine Frau zu erlangen. Ihm begegnet im Hafen ein Mann, der ihm diese drei Dinge geben kann und will. Einzige Bedingung: er will diese Nacht nicht alleine sein und ihm seine Geschichte erzählen, denn die Tickets, das Visum und die Pässe, die er für seine Frau und sich organisiert hat, sind für ihn nicht mehr von Interesse, denn seine Frau liegt im Hotel in einem Sarg. So ziehen die beiden Männer nachts nach Lissabon in immer andere Kneipen bis diese schließen und wir hören seine Geschichte: Weiterlesen Die Nacht von Lissabon

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Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters

Tilman Rammstedt war im ausgehenden letzten Jahrzehnt so etwas wie ein Shootingstar der jungen, deutschen Literaturszene; spätestens nach dem Ingeborg Bachmann-Preis und seinem “Kaiser von China”. Im Feuilleton war man sich einig: der Mann kann schreiben und ist lustig – schreibt skurrile Romane, die auch noch Kunst sind.
Mit diesen Vorschusslorbeeren ist Rammstedt nun bei mir mit “Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters” angetreten: Weiterlesen Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters

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Herr Schmidt von der FAZ

“Durch Nennung seines Namens und geschickte Rückfragen stellen Sie einen persönlichen Bezug zum Kunden her”, sagt der Leiter des Seminars “Telefonakquise und –verkaufsgespräch in Zeiten von Social Media”.

Trotzdem möchte ich nicht, dass nach jedem, spätestens jedem zweiten, Satz mein Nachname genannt wird. Das stört doch auch etwas den Redefluss oder sehe ich das falsch, lieber Leser? Nett von der FAZ, dass sie an ihre Ex-Abonennten denkt. Selbstverständlich, dass es sich um ein Schnäppchen handelt, Tankgutschein inklusive, aber 1. ich möchte nicht und 2. ich möchte nicht. Oder sollte ich auf so billige Tricks reinfallen – was denken Sie, lieber Leser? Entscheiden Sie selbst, lieber Leser!

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