Zurück zum Content

KurzRezension: Das Rainald Grebe Konzert

Ich bin bekennender Fan des Künstlers mit den großen Augen und dem wirren Blick, habe ihn mit seinem Orchester live gesehen, finde, dass auf jedem Album ein paar Hits drauf sind, die man nicht nur auf Grund geistreicher Texte und Wortspiele gerne hört, sondern die man immer und immer wieder hören kann, weil sie gute Musik sind.

Das neue Album, das ich mit großer Vorfreude erwartet habe, weil ich bereits den Song “Krümel” vorab von einem Konzertmitschnitt kannte, enttäuscht mich doch etwas. Man kann sich nicht immer neu erfinden, auch ein Rainald Grebe nicht, der doch z.B. mit dem obenerwähnten Orchester der Versöhnung, mal solo, mal mit Drei-Mann-Kombo immer anders daher kommt, nicht.

Ein autobiographisches Album das mit seinem Geburtsort “Frechen” startet und die “Welt vor meiner [seiner] Geburt” behandelt, sowie “Meine [seine] Familie” und die Probleme der pubertierenden Jugend, eben in “Krümel”.

Doch irgendwie bleibt der Aha-Effekt diesmal aus. Das Album klingt als hätte ich es schon gehört, die Arrangements und vor allem die Themen sind klassische Rainald-Grebe-Arrangements/-Themen. Für mich ragen aber “Künster” und “Krümel” heraus, die doch eben das bewusste Etwas haben und das Alltäglich so ausdrücken, wie wir es nicht, sondern nur er können. Speziell die Beschreibung der Sicht des “kleinen Mannes” auf den Künstler ist sehr gelungen.

Schön gemacht auch das Album an sich, als fotographische Zeitreise: der junge Rainald am Klavier im holzgetäfelten Zimmer vorne, der heutige hinten, innen links der Großvater (?) vor dem Bungalow, rechts Rainald heute.

Spezielles Grebekuriosum: Alle Anhänger des Bionadebiedermeiers, Klein- und Bildungsbürger sind inzwischen Grebe-Fans und merken nicht, dass eben sie besungen werden.

Tilman Winterling

Tilman Winterling

Tilman Winterling berät als Rechtsanwalt Verlage, Autoren und andere Kreative im Urheber- und Medienrecht. Als Blogger hat er sich sowohl im Bereich der Literaturkritik als auch -vermittlung in der Branche einen Namen gemacht. Rechtsanwalt Winterling ist zudem als Jurymitglied (u.a. Hamburger Literaturförderpreise) und Moderator von Lesungen tätig, sowie gefragter Interviewpartner (u.a. Deutschlandfunk, Radio Eins), wenn es darum geht verständlich und unterhaltsam über rechtliche Themen und solche des Bloggens zu berichten.
Tilman Winterling

Letzte Artikel von Tilman Winterling (Alle anzeigen)

Einen sehr sehr guten Blog abonnieren

Gib Deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Schließe dich 307 anderen Abonnenten an

Folge 54books.

Gib als erster einen Kommentar ab

    Kommentar verfassen

    %d Bloggern gefällt das: