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“Die Toten von 2012”

Die “Zeit”, die traumhafte Wochenzeitung, tut mir immer wieder den Gefallen ihre Artikel online zu veröffentlichen und erspart mir als Sofaleser kleiner Formate so mich an den Tisch zu setzen und das Papier auszubreiten.
2012 ist fast vorbei und als ich mit “Anstelle eines Nachrufs” begann, waren schon viele zu spät, wie die “Zeit” mir jetzt in ihrer Liste aufzeigt.
Besonders hervorheben und mit entsprechenden Verweisen “anstelle eines Nachrufs” ausstatten, möchte ich diese Herren:

Dietrich Fischer-Dieskau ist mir vor allem als Interpret der Winterreise bekannt geworden. Erst in diesem Jahr habe ich ihn gemeinsam mit einem Freund wiederentdeckt.
Seine Interpretation des Lindenbaums
.

Nils Koppruch war ein Hamburger Musiker und Künstler, der so gar nicht mit dem Strom schwamm und doch eine eingeschworene Fangemeinde in ganz Deutschland hatte. Trotz seiner teilweise herausragenden Musik, mit noch viel herausragender Lyrik, blieb er stets hinter den, inzwischen raketenhaft aufsteigenden, deutschen Singer-Songwritern zurück. Gisbert zu Knyphausen dagegen setzte sich mit ihm für die Supergroup Kid Kopphausen in ein Boot, welches vielversprechend startete, durch den plötzlichen Tod von Nils allerdings kurz nach Auslaufen aus dem Hafen bereits wieder versank. Geblieben sind uns aber seine und ihre Lieder.

Dave Brubeck war mein erster “Nachruf”, der Verweis daher dorthin.

Als großer Literat und Jurist ist 2012 auch Herbert Rosendorfer gestorben, dessen Briefe aus der chinesischen Vergangenheit ein Bestseller waren und dessen besonderer Witz, aber auch seine satirische Kritik an der Justiz auf den Jungjuristen (mich) immer einen besonderen Reiz ausgeübt haben. Besonders empfehlen kann ich seine Textsammlung “Ich geh zu Fuß nach Bozen”, aber auch seine Aufarbeitung der “Deutschen Geschichte” in sechs (oder mehr?) Bänden ist, wenn auch nur auszugsweise, ein Genuss.
Beeindruckend vor allem: er war nicht nur Richter am OLG Naumburg, sondern auch noch Professor an der LMU München für bayrische Literaturgeschichte.

Tilman Winterling

Tilman Winterling

Tilman Winterling berät als Rechtsanwalt Verlage, Autoren und andere Kreative im Urheber- und Medienrecht. Als Blogger hat er sich sowohl im Bereich der Literaturkritik als auch -vermittlung in der Branche einen Namen gemacht. Rechtsanwalt Winterling ist zudem als Jurymitglied (u.a. Hamburger Literaturförderpreise) und Moderator von Lesungen tätig, sowie gefragter Interviewpartner (u.a. Deutschlandfunk, Radio Eins), wenn es darum geht verständlich und unterhaltsam über rechtliche Themen und solche des Bloggens zu berichten.
Tilman Winterling

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