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Das Buch als Magazin

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Ich bin eigentlich kein großer Zeitschriften- und Magazinleser; zu groß der Stapel meiner ungelesenen Bücher, als dass ich noch Zeit hätte periodisch erscheinende Lektüre zu konsumieren. Die Ankündigung von “Das Buch als Magazin” hat mich aber neugierig gemacht:

Das Prinzip von “Das Buch als Magazin” ist leicht erklärt: Im ersten Teil des Heftes drucken wir einen Klassiker der Literaturgeschichte, gestaltet wie eine Reportage. Im zweiten Teil schreiben wir Geschichten aus dem Alltag unserer Gegenwart. Jede dieser Geschichten bezieht sich deutlich oder vorsichtig auf das Buch. So verknüpfen wir Literatur und Journalismus, Vergangenheit und Gegenwart. Im besten Fall machen wir Ihnen Lust, alte Bücher neu zu lesen.

Genau meine Schlagwörter: Klassiker der Literaturgeschichte, alte Bücher neulesen. Also habe ich gestern im Zeitschriftenladen am Dortmunder Hauptbahnhof (unter anderem) dieses sehr hochwertige, werbefreie Heft erstanden. Wie angekündigt auf den ersten Seiten die komplette Verwandlung, anschließend ein redaktioneller Teil, der sich mit diesem Thema im weitesten Sinne auseinandersetzt: Bilder zu Obst und Gemüse als Waffen, ein Physiotherapeut berichtet über das Alltagsproblem Rückenschmerzen, sowie Berichte über das Vater-Sohn-Verhältnis und das Einschließen in der eigenen Wohnung. Besonders stark finde ich die Idee zu dem Artikel über die Bedeutung des Geldes, das Migranten in ihre Heimat überweisen, versorgt doch der Vor-Käfer-Gregor seine komplette Familie allein, während diese zu Hause sitzt.

Die Texte sind angenehm geschrieben, die Illustrationen gelungen und man muss sagen hier stimmen Anspruch und Wirklichkeit überein. Man kann also nur hoffen, dass sich diese Idee durchsetzt und hier vielleicht eine Perle für Klassikerfreunde heranwächst, die auch anderen Lust auf mehr macht.

(Die nächste, wohl im Herbst erscheinende Ausgabe, soll Büchners Woyzeck behandeln.)

Tilman Winterling

Tilman Winterling

Tilman Winterling berät als Rechtsanwalt Verlage, Autoren und andere Kreative im Urheber- und Medienrecht. Als Blogger hat er sich sowohl im Bereich der Literaturkritik als auch -vermittlung in der Branche einen Namen gemacht. Rechtsanwalt Winterling ist zudem als Jurymitglied (u.a. Hamburger Literaturförderpreise) und Moderator von Lesungen tätig, sowie gefragter Interviewpartner (u.a. Deutschlandfunk, Radio Eins), wenn es darum geht verständlich und unterhaltsam über rechtliche Themen und solche des Bloggens zu berichten.
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1 kommentar

  1. Sehr spannende Idee! Ich finde jegliche Spielerei mit dem Medium Text immer interessant. Und das Beste: Die nächste Ausgabe wird mich animieren, endlich mal den Woyzeck zu lesen…

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