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Kategorie: Rezensionen

Die Kunst des Feldspiels

Manus zweite Rezension, die ich gerne erneut veröffentliche:

die-kunst-des-feldspiels_thumb.jpgHenry Skrimshander ist nicht aufzuhalten. Der hagere Junge mit dem Alles-Fangenden Arm, Werfer der präzisesten Bälle, ist das größte Talent, welches Mike Schwartz je gesehen hat – und er ist immerhin Captain der Baseballmannschaft des Westish College am Lake Michigan! Durch seinen Einfluss und sein Engagement wird Henry schnurstracks für Mannschaft und College rekrutiert – und nicht nur das: Er persönlich kümmert sich um den Neuling, trainiert ihn, motiviert ihn, formt aus ihm einen Modelathleten. Mike und Henry werden beste Freunde, unzertrennlich. Weiterlesen Die Kunst des Feldspiels

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Albumrezension: Friska Viljor

Durch Zufall bin ich auf die Band Friska Viljor aufmerksam geworden, die gerade ihr fünftes Album “Remember Our Name” veröffentlicht haben. Ohne mich vorher groß informiert zu haben, einfach den IndieIndieIndie-Tipps gefolgt und jetzt läuft die CD schon zum dritten Mal von vorne.

Klingt abgedroschen, doch jeder Song ist anders, nicht nur in der Instrumentierung, denn die Schweden verwenden nicht (nur) klassische Indie-Rock-Pop-Instrumente, sondern auch auch Mandolinen, Klarinetten und elektronische Beats, nicht nur in den Stimmungen von Rock, Pop, Folk, Tanzbarem bis hin zu klassischen Popohrwürmern, aber man erkennt doch immer wieder eine eigene spezielle Handschrift – und die hebt sich in ihrer Kreativität angenehm ab. Das wird wahrscheinlich am deutlichsten wenn man das Album immer und immer wieder laufen lässt, denn vor jedem Song freut man sich auf die nächste angenehme Sound-/Stimmungs-/Song-Überraschung.

Besonders erfreulich, dass man mir und meinen, bis hierhin noch unbekannten, Vorlieben entgegenkommt und Friska Viljor im Feburar in der Sputnikhalle sind. Karten werden gleich geordert, suche mir noch schnell eine Begleitung.

I will remember their names!

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Schloss Gripsholm

978-3-596-90069-5.jpgIst doch albern!

Tucholskys bekannte Erzählung startet mit einem fiktiven Briefwechsel zwischen dem berühmten Autor und seinem ebenso berühmten Verleger Ernst Rowohlt. Bereits hier wird dem Leser klar: alles Kommende wird halb Spaß, halb Ernst sein. Eine “heitere Liebesgeschichte” soll geschrieben werden und noch sträubt sich der Kurt noch, mehr Geld will er sowieso haben. Weiterlesen Schloss Gripsholm

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Anna Karenina

»Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche ist auf ihre eigene Weise unglücklich.«

978-3-446-23409-3_29511112833-92.jpgDie Eindrücke nach der Lektüre mancher Bücher müssen sich erst setzen bevor man eine endgültige Einschätzung abgeben kann. Bei Anna Karenina von Lew Tolstoi, in der Neuübersetzung Rosemarie Tietze erschienen bei Hanser, musste sich eigentlich nicht mehr viel setzen, ich habe mich vielmehr nur gedrückt endlich die Rezension zu schreiben, auch der Länge des Werks geschuldet. Daher nur eine wirklich kurze Inhaltsangabe.

Der Haupthandlungsstrang ist praktisch Gemeingut. Anna Karenina ist die junge hübsche Frau eines hohen Beamten und Mutter seines Sohnes. Die Kälte in ihrer Beziehung macht der sensiblen Anna zu schaffen und sie beginnt eine leidenschaftliche Affäre mit Graf Wronski. Gesellschaftlich isoliert, menschlich enttäuscht und halb wahnsinnig, wirft sie sich 1200 Seiten später vor einen Zug. Parallel hierzu laufen zwei weitere Handlungsstränge: der ihres Bruders und Lebemannes, der immer wieder außereheliche Affären hat, nicht aber mit seiner Frau bricht; und die Liebesgeschichte zwischen Kitty und dem Großbauern Lewin, die, vieler Hindernisse zum Trotz, am Ende in einer glücklichen Ehe aufgehen. Weiterlesen Anna Karenina

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Wo sind die Buddenbrooks?

wo-sind-die-buddenbrooks.jpg Und andere juristische Anekdoten aus der Weltliteratur von Jürgen Seul habe ich entgegen meiner Ankündigung doch erst nach Anna Karenina fertig gelesen.

Bei dem Buch handelt es sich, wie schon gesagt (s.o.), um eine Sammlung von 16 Essays über Momenten in denen Juristen Weltliteratur geschaffen haben, Literaten mit der Justiz in Konflikt kam oder auch Bücher, über die vor Gericht verhandelt werden mussten. Jeder der vier Kategorien der Essays ist eine kurze Einführung vorangestellt, die etwas allgemeiner und mit vielen weiteren Beispielen, die vielleicht keine mehrseitige Bearbeitung hergaben, auf das Kommende einleitet. Viele die in der deutschen Literatur Rang und Namen haben, werden erwähnt und häufig weiß der Autor auch wirklich Kuriositäten zu berichten. Interessant z.B. die Entstehungsgeschichte der Dreigroschenoper von Bert Brecht und dessen Umgang mit Plagiaten (einfach plagiieren, wird schon keiner merken). Für den Nichtjuristen hier auch eine kurze, aber lehrreiche, Einführung in  “Was ist ein Plagiat”, was auch manchem Juristen als Lektüre guttäte/gut getan hätte (K.T.z.G.). Insgesamt handelt es sich um eine Sammlung kurzer und gutlesbarer Geschichten aus einem interessantem (eben juristischen) Blickwinkel. Dass Herr Seul eben auch Jurist ist, merkt man hin und wieder, wenn allzu sehr auf Formulierungen des Weiterlesen Wo sind die Buddenbrooks?

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Das dreizehnte Kapitel

walser_13_kapitel-183x300_thumb.jpgDer Bestsellerautor Basil Schlupp ist zusammen mit seiner Frau auf eine Abendveranstaltung beim Bundespräsidenten geladen, die dieser zu Ehren des Geburtstags eines hochdekorierten Wissenschaftlers gibt. Er sitzt mit der First Lady zusammen an einem der vielen Runden Tische, die bemüht ist Konversation zu betreiben. Mit am Tisch sitzt auch die Frau des Geehrten. Der Abend geht an Basil vorbei, so fasziniert ist er von dieser Maja Schneilin und daher schreibt er ihr wenige Tage später einen Brief. Die Korrespondenz der beiden beginnt. Weiterlesen Das dreizehnte Kapitel

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Rezension: Nowhere Boy

Jeder “Blogratgeber” gebietet sich doch bitte auf ein Thema zu beschränken, um eine kleine feine Lesergemeinschaft zu gewinnen. Ich möchte aber gerne über die Dinge schreiben, die mich momentan begeistern. Der geneigte Leser möge sich daran erfreuen, jeder andere geflissentlich darüber hinweggehen.

Nach dem Jahreswechsel habe ich endlich “Nowhere Boy” gesehen. MV5BMTk0ODYwNzc5OF5BMl5BanBnXkFtZTcwNDI2MDYzMw._V1._SY317_.jpgAaron Taylor-Johnson verkörpert den jungen John Lennon, den wir als Heranwachsenden durch Liverpool und in die Beat-Szene begleiten. Der Film orientiert sich an der wahren Geschichte und der Fokus liegt daher primär auf den schwierigen Familienverhältnissen mit denen sich John konfrontiert sah: Mit fünf Jahren kam er zu seiner strengen Tante Mimi, da sich seine sehr junge Mutter sich nicht ausreichend um ihn kümmern konnte. Als sein Vaterersatz-Onkel stirbt, plötzlich seine Mutter wieder in sein Leben tritt und ihn mit Rock ‘n Roll in Berührung bringt, bricht er aus den bürgerlichen Zwängen aus und will seine eigene Band gründen. Weiterlesen Rezension: Nowhere Boy

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Rezension: In einer Person von John Irving

Es ist mir eine Freude eine erste “Fremdrezension” veröffentlichen zu können. Im Gespräch mit einem Freund haben wir über John Irving gesprochen, den ich ihm nur wärmstens ans Herz legen konnte, was im Erwerb seines neusten Werkes gipfelte. Das Irving-Universum ist ein spezielles. Das sagt Manuel dazu:

4130mF3+EiLDie Laienbühne des – stets Frauenrollen spielenden- Großvaters und die Bücherei der für sein sexuelles Erwachen verantwortlichen Bibliothekarin Mrs. Frost – diese beiden Fixpunkte sind prägend für den 13jährigen William, der vaterlos und mit Sprachfehler im ländlichen Vermont der 50er Jahre aufwächst.
Mit dem smarten Stiefvater Richard, seiner besten Freundin Elaine, sein Schwarm und zugleich seine Nemesis Jacques Kittredge und dem „armen Tom“ erweitert der Erzähler, der sich alsbald als 70 jährige Version der Hauptfigur „outet“ (ein sehr wichtiges Wort in diesem Buch) sein Tableau an Story-tragenden Figuren. Weiterlesen Rezension: In einer Person von John Irving

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Literatur!

Ich hoffe alle haben Weihnachten gut überstanden.

Neben meinen Neuerwerbungen und den Geschenken, die nachher noch einen eigenen kurzen Eintrag bekommen sollen, möchte ich kurz eine Rezension eines Buches einschieben, das es mir sehr angetan hat.

Literatur!: Eine Reise durch die Welt der Bücher von Katharina Mahrenholtz, illustriert von Dawn Parisi.

literatur

War mir beim Stöbern bereits aufgefallen und ich hatte es mir vermerkt. Nun hat es sich tatsächlich meine Mutter zu Weihnachten gekauft und damit nicht nur sich, sondern auch mich beschenkt.

Es wird nur so durch den Kanon der klassischen Weltliteratur galoppiert. Die Hauptartikel umfassen nicht mehr als eine Seite und zu besonders wichtigen Autoren und ausgewählten Exoten oder Lieblingen gibt es noch eine Seite Biographie obendrauf. Den Anfang macht “Die Göttliche Komödie” und den Schlusspunkt setzen “Die Korrekturen” . Kurze Inhaltsangaben, die auch große Werke nicht schonen und in denen auch offen zugegeben wird, dass die Schwierigkeit einer solchen von “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” nicht unbedingt (nur) die ungeheure Zahl an Seiten ist, sondern eben auch “dass es seitenlag gar keine Handlung gibt, sondern eher so etwas wie gedankliche Abschweifungen.” Launige Kategorien wie “Smalltalk-Info” oder “Für Einsteiger” enthalten interessante Querverweise auf andere Werke des Autors, den geschichtlichen Hintergrund, die gesellschaftlichen Strukturen zu der Zeit oder der Rezeption des Werks.

Garniert wird das ganze mit eingeschobenen Doppelseiten “Kurz, wichtig” mit halbseitigen Kurzrezensionen anderer Werke der Zeit, Tipps für verschiedene Lesetypen oder auch eine Auswahl schöner Buchanfänge. Als Beispiel für den Mut der Autorin zählt hier zum Beispiel, dass sie mit seinem “Nachts, im Mondschein, lag auf einem Blatt ein kleines Ei” mal eben “Die kleine Raupe Nimmersatt” von Eric Carle in den Kanon der Weltliteratur schummelt. Und eben dieser Mut ist es, der dieses Buch so großartig macht, keine Scheu davor zu haben, dass manche Werke nicht leicht zu lesen sind, manche vielleicht keine Handlung haben oder alles in allem eine schlechte Story, versehen mit der Erläuterung  warum diese aber trotzdem in ein Kompendium der Weltliteratur gehören.

Wenn über der Garnitur noch ein i-Tüpfelchen erlaubt sein darf, die Illustrationen sind witzig und karikaturesk, aber nicht albern und die teilweise auf einer Seite zeichnerisch dargestellten Gesamthandlungen eines ganzen Romans großartig.

Obendrauf, in dem Fall eher untendrauf, gibt es eine Zeitleiste die fortlaufend auf jeder Seite veranschaulich, was zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in der Geschichte sonst so los war, hierzu gehört eben durchaus auch das Patent für das Weckglas und die Rolltreppe 1892, aber ebenso das Erscheinen anderer wichtiger Werke in Literatur, Kunst oder Musik.

Das Buch eignet sich für alle! Für den Einsteiger in die Lektüre von Klassikern, weil es Appetit auf mehr macht, für den der neue Anregungen braucht, natürlich auch für den Besserwisser, der gerne mit Wissen über (Nicht)gelesenes prahlen will, aber selbst der Vielleser lernt hier neues. Es macht Spaß die frotzelnden Texte auch über eigene Lieblingsbücher zu lesen und besonders erfreut einen dann noch, dass Bücher wie “Emil und die Detektive” oder die “Fünf Freunde” Erwähnung finden.

Ein alles in allem wundervolles, schön gemachtes Buch!

Aber Achtung! Viele neue Tipps, Anregungen und wieder- oder neuentdeckte Interessen oder Bücher, die man unbedingt lesen muss, haben halt auch viele neue Wünsche zur Folge. Bis jetzt bei mir neu auf die Wunschliste geschafft haben es schon:

Alma Mahler-Werfel – Mein Leben
Klaus Mann – Der Wendepunkt
Ernest Hemingway – Paris, ein Fest fürs Leben
Wolfgang Borchert – Das Gesamtwerk

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