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Kategorie: Aktuell im Gespräch

Der jüdische Messias von Arnon Grünberg

Einige Theologen meinten: “Wir können nicht ausschließen, dass Jesus beschlossen hat, als Hoden auf die Erde zurückzukehren”

Xavier beschließt zum Judentum zu konvertieren. Doch nicht nur das, er will die Juden retten, diese am meisten missverstandene Religionsgemeinschaft der Welt trösten. Nur auf dem Weg dorthin muss er einige Hürden überwinden: Seine Familiengeschichte (der Opa war Vollblut-Nazi und ist für deren Ideologie gestorben), den Widerstand seiner Eltern und seine Unkenntnis in den Bräuchen der Juden. Er freundet sich mit Awrommele, dem Sohn des Rabbiners an, beginnt Jiddisch zu lernen und will sich beschneiden lassen. Leider geht die Beschneidung beim fast blinden Mohel gründlich schief und Xavier verliert nicht nur die Vorhaut, sondern später im Krankenhaus auch einen Hoden, den man ihm freundlicherweise in Alkohol eingelegt im Einmachglas überreicht, um die Trauerarbeit zu beschleunigen. Weiterlesen Der jüdische Messias von Arnon Grünberg

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Sibylle Lewitscharoff: “Blumenberg” und “Vom Guten, Wahren und Schönen”

Das ist sie also, die neue Büchner-Preisträgerin (außerdem ist sie u.a. mit dem Kleist-, dem Ingeborg Bachmann-Preis und dem Preis der Leipziger Buchmesse dekoriert). Warum mir diese Dame bisher durchgegangen ist, weiß ich auch nicht. Die neuste Auszeichnung und die Jubelstürme, die über das Werk von Sibylle Lewitscharoff hereinbrachen, nahm ich also zum Anlass mir zwei ihrer Bücher vorzunehmen. Weiterlesen Sibylle Lewitscharoff: “Blumenberg” und “Vom Guten, Wahren und Schönen”

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Abbruch

Eco_23736_MR1.inddNormalerweise bin ich ein Durchleser; will heißen, wenn ich das Buch erst einmal angefangen habe und es mir nicht gefällt, lese ich immer in der Hoffnung weiter, dass es besser wird und sobald ich eine solch hohe Seitenzahl passiert habe, dass es lächerlich wäre noch abzubrechen, ziehe ich es auch bis zum Schluss durch.u1_978-3-596-90444-0 Ich kann es nicht ertragen Bücher halb gelesen ins Regal zu stellen, immer quält mich das Gefühl, dass ich vielleicht zehn Seiten vor der einsetzenden Spannung abgebrochen habe.

Jedoch sollte mir meine Zeit eigentlich zu kostbar sein, um schlechte Bücher zu lesen (siehe Blog-Untertitel), also muss ich etwas konsequenter sein und auch mal sagen “Nein gefällt mir nicht, wird wahrscheinlich auch nicht besser”.

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Schneckenmühle von Jochen Schmidt

Zugegebenermaßen war mir Jochen Schmidt kein Begriff, aber es gibt Verlage, denen ich vertraue, von denen ich mich belehren lasse und gerne lerne. Der C.H.Beck Verlag feiert dieses Jahr nicht nur 250 Jahre seines Bestehens, sondern ist völlig zu Recht einer der deutschen Vorzeigeverlage und das nicht nur im Belletristik-Betrieb – im Gegenteil sind bei mir bisher vielmehr ihrer Sachbücher durch die Hände gegangen. Nun also das Werk dieses (mir) Unbekannten: Weiterlesen Schneckenmühle von Jochen Schmidt

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Florian Illies’ 1913

Es ist schon etwas her, dass ich das neuste Buch von Florian Illies gelesen habe und trotzdem bin ich noch nicht zu der Rezension von “1913” gekommen. Nicht unbedingt, weil das Buch mir nicht gefallen hätte – im Gegenteil, habe ich es doch innerhalb von zwei Tagen gelesen – sondern vielmehr, weil ich nicht genau weiß was ich darüber schreiben soll. Wer Illies kennt, nicht nur aus seinen Büchern, sondern auch aus seinen Beiträgen im Feuilleton der großen deutschen Tageszeitungen, weiß wie gefällig er schreibt. Dazu handelt es sich bei Florian I. um einen Autor, der eine erstaunliche Bandbreite abzudecken weiß: sein gefeiertes “Generation Golf”, sein launiges “Ortsgespräch”, die herrliche Charakterisierung seines Heimatdorfes Schlitz (bei mir zu Hause, direkt um die Ecke) oder eben jene Artikel zu gesellschaftlichen, kulturellen und zeitpolitischen Themen. Weiterlesen Florian Illies’ 1913

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Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters

Tilman Rammstedt war im ausgehenden letzten Jahrzehnt so etwas wie ein Shootingstar der jungen, deutschen Literaturszene; spätestens nach dem Ingeborg Bachmann-Preis und seinem “Kaiser von China”. Im Feuilleton war man sich einig: der Mann kann schreiben und ist lustig – schreibt skurrile Romane, die auch noch Kunst sind.
Mit diesen Vorschusslorbeeren ist Rammstedt nun bei mir mit “Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters” angetreten: Weiterlesen Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters

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Die Manon Lescaut von Turdej

Zum Verständnis vorneweg, denn diese Information musste ich mir auch erst anlesen:
Die Manon Lescaut ist eine klassische Frauenfigur die bereits mannigfach verfilmt, vertont (u.a. Puccini), auf die Bühne gebracht (Sternheim) und immer wieder als feststehender Begriff in der Literatur gebraucht wird (z.B. von Turgenev). Sie steht, soweit ich das zu überblicken vermag, für eine Frau, der die Männer scharenweise verfallen, die diese aber auch durch ihren Wankelmut und ihren Leichtsinn (mit sich) ins Verderben reißt; soweit das Nachwort uns lehrt für “Liebe, Schönheit, Verrat und Unglück”. Weiterlesen Die Manon Lescaut von Turdej

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Die Kunst des Feldspiels

Manus zweite Rezension, die ich gerne erneut veröffentliche:

die-kunst-des-feldspiels_thumb.jpgHenry Skrimshander ist nicht aufzuhalten. Der hagere Junge mit dem Alles-Fangenden Arm, Werfer der präzisesten Bälle, ist das größte Talent, welches Mike Schwartz je gesehen hat – und er ist immerhin Captain der Baseballmannschaft des Westish College am Lake Michigan! Durch seinen Einfluss und sein Engagement wird Henry schnurstracks für Mannschaft und College rekrutiert – und nicht nur das: Er persönlich kümmert sich um den Neuling, trainiert ihn, motiviert ihn, formt aus ihm einen Modelathleten. Mike und Henry werden beste Freunde, unzertrennlich. Weiterlesen Die Kunst des Feldspiels

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Das dreizehnte Kapitel

walser_13_kapitel-183x300_thumb.jpgDer Bestsellerautor Basil Schlupp ist zusammen mit seiner Frau auf eine Abendveranstaltung beim Bundespräsidenten geladen, die dieser zu Ehren des Geburtstags eines hochdekorierten Wissenschaftlers gibt. Er sitzt mit der First Lady zusammen an einem der vielen Runden Tische, die bemüht ist Konversation zu betreiben. Mit am Tisch sitzt auch die Frau des Geehrten. Der Abend geht an Basil vorbei, so fasziniert ist er von dieser Maja Schneilin und daher schreibt er ihr wenige Tage später einen Brief. Die Korrespondenz der beiden beginnt. Weiterlesen Das dreizehnte Kapitel

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