Autor: Philip Schwarz

Handlungsspielräume – Über zwei Arten von Rollenspiel

von Philipp Schwarz

Videospiele sind interaktiv. Spieler*innen bewegen ihre Figur durch die Spielwelt und beeinflussen auf diese Weise den Ablauf der Ereignisse. Hier entsteht eine gewisse Spannung. Denn einerseits sollen Spieler*innen das Gefühl haben, dass ihre eigene Herangehensweise tatsächlich einen Unterschied macht, andererseits kann keine noch so gute Programmierung alle möglichen Herangehensweisen vorwegnehmen und Reaktionen auf sie parat haben (jedenfalls bisher nicht). Die Entscheidungsmöglichkeiten beim Spielen müssen also schon aus rein ökonomischen Gründen begrenzt sein. Andererseits wirkt es oft unbeholfen und gezwungen, wenn Spieler*innen offen damit konfrontiert werden, dass die Spielmechanik an einer bestimmten Stelle Grenzen setzt und offen sagt “Das kannst du nicht tun”. Im Idealfall erklären sich die Möglichkeiten und Grenzen des Einflusses auf die Spielwelt also aus der Logik dieser Spielwelt selbst, anstatt als äußere Faktoren erkennbar zu werden. 

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Klärung des Denkens – “Die Ermordung des Professor Schlick” von David Edmonds

von Philip Schwarz

Irgendwann im Laufe des Jahres 1922 lud Moritz Schlick, damals frisch berufener Professor auf dem Lehrstuhl für Naturphilosophie in Wien, eine Gruppe wissenschaftlich interessierter Philosoph*innen und philosophisch interessierter Wissenschaftler*innen zu einer abendlichen Diskussionsrunde ein. Zu den Teilnehmenden dieser bald wöchentlich stattfindenden Gespräche gehörten eine Reihe von Namen, die in die Wissenschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts eingehen würden. Die Gespräche dieses Wiener Kreises drehten sich um die Frage, wie Philosophie und Wissenschaften auf eine neue Grundlage gestellt werden könnten. Die Auswirkungen prägen die westliche Kultur bis heute.

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Politisierte Fakten – Ein philosophischer Blick auf die ‘Culture Wars’

von Philip Schwarz

Die USA sind nach wie vor das Land, in dem kulturelle und gesellschaftliche Phänomene ihren Ausgang nehmen, um von dort aus ihre Reise um den Globus anzutreten. Zwar dauert es für gewöhnlich eine Weile bis ein Trend in Europa ankommt, aber letztlich wird es dann doch schwierig das neue Thema zu ignorieren.

Ein Thema, welches das intellektuelle Klima seit einigen Jahren aufheizt, sind die sogenannten culture wars. Kriege also, in denen angeblich Aufklärung, Vernunft und Wahrheit auf der einen, Postmoderne, Macht und Sozialkonstruktivismus auf der anderen Seite stehen. Es geht um die Darstellungen eines scheinbaren Kampfes zwischen der Seite der liberalen Demokratie, wo der  freie Wettstreit der Ideen und die Durchsetzung einer objektiven Wahrheit herrschen, und denen, die all das als Produkt eines von weißen westlichen Männern geprägten Diskurses und somit als Produkt tendenziell unterdrückerischer Machtstrukturen über Bord werfen wollten. Die begrifflichen Zuschreibungen sind dabei eher Verweise auf Konzepte als dass sie wirklich für das stehen, was sie beschreiben wollen. Soweit das Konstrukt eines Kulturkrieges.

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