Autor: Katharina Walser

Pixel machen Leute? Überlegungen zu den Potenzialen und Grenzen digitaler Mode

von Katharina Walser

Im Sinne seiner sprachlichen Wurzeln im lateinischen Wort modus, bezeichnet auch der heutige Modebegriff die “Art und Weise”, in der ein Zeitgeist oder eine Lebensweise in der Kultur zum Ausdruck kommt. Er bezieht sich auch auf die Bereiche der Kunst, der Literatur und der Sprache. Häufiger wird er im Alltag jedoch mit dem Auftreten im gesellschaftlichen Raum gleichgesetzt – er meint also zumeist die Formen unserer Garderobe, unserer Kleidung. Die Art und Weise wie diese Garderobe in Erscheinung tritt, drückt inzwischen einen fundamentalen Wandel aus. Ein Wandel, den unsere Lebenswirklichkeit und ihre Ausdrucksformen bereits seit geraumer Zeit aufgrund ihrer zunehmenden Digitalisierung durchlaufen und der in den vergangenen Jahren immer wieder in der Kunst und Literatur in Erscheinung getreten ist. Im Falle unserer Kleidung offenbart er sich nun im Phänomen der “digital Fashion”. 

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“Sich den Alltag abschminken” – Ein feministisches Kollektiv zwischen Sorgearbeit und Autor:innenschaft

von Katharina Walser

Am Anfang steht eine Gruppe von Müttern, die schreiben. Sie beschließen über das Schreiben zu schreiben. Über die Vorurteile, die Hindernisse, die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der Vereinbarkeit von Pflege und Kunstschaffen. Es entsteht ein Austausch, es entstehen gemeinsame Textstücke, es folgt im Frühjahr 2021 eine Veröffentlichung im Edit Magazin unter dem Titel Fragment I, der erste Kollektivtext der Gründer:innen von Writing with CARE/RAGE. Die Gründer:innen, das sind die Autor:innen Lene Albrecht, Daniela Dröscher, Berit Glanz, Verena Güntner, Sandra Gugić, Elisabeth R. Hager, Kathrin Jira, Svenja Leiber, Caca Savic, Julia Wolf und Maren Wurster. Sie schreiben in ihrem Fragment über das Muttersein und über das Sein als Autor:in. Es spannt sich ein Raum auf zwischen privaten Szenen und struktureller Kritik am misogynen Literaturbetrieb und an der staatlichen Anerkennung von Care-Arbeit. Vergangenes Wochenende findet dann die erste Konferenz statt. Es geht auch hier um „Schreiben und…“.

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Protest gegen quadratisch, praktisch, gut – Ein Gespräch über Mode mit Barbara Vinken

Ein Interview von Katharina Walser mit der Modetheoretikerin und Literaturwissenschaftlerin Barbara Vinken

Was hat Literaturwissenschaft mit Mode zu tun? Liest man die Texte der Romanistin Barbara Vinken, findet man einige Antworten auf diese Frage. In ihrem wohl bekanntesten Buch zur Mode, Angezogen, zeigt sie auf, wie wenig zufällig der Umgang mit Kleidern ist und wie stark er mit kulturellem und geschichtlichem Wandel verwoben ist. Aber auch Vinkens im engsten Sinne akademischen Werke lesen die Gesellschaft oder in diesem Fall die literarischen Figuren über ihre Kleider und zeigen so die Verwandtschaft von Text und Textil. 

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