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54books Posts

Treffen in der Mitte

Ich möchte kurz zwei, recht ausführliche, Artikel der ZEIT empfehlen, deren Lektüre lohnt. Der Bibliophile wird sicher eher auf Seiten Herrn Reuss’ stehen, aber auch den Argumenten der Vorteile der Digitalisierung Herrn Schneiders muss man stellenweise zustimmen. Andererseits sind diese meiner Meinung nach aber fast nur auf den wissenschaftlichen Bereich zu beziehen und gelten nicht für den Belletristik-Buchhandel. Ein Thema das, nicht nur nach der amazon-Doku, recht hohe Wellen schlägt und weiter aktuell bleiben wird.

Kontra Digitalisierung und Online-Händler: Krise des Buchhandels: Der Amazon-Studenten-Dienst erwartet euch

Nicht pro, aber einschränkend: Bildungsverbohrtes Zeter und Mordio

Empfehlenswert in diesem Kontext, aber, die auch von Herrn Schneider angesprochenen Datenbanken von Zeno und der Deutschen Digitalen Bibliothek!

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Weiter weg von Jonathan Franzen

Rezensionen anderer können sehr hilfreich für eine eigene Kaufentscheidung sein. Selbst von Leuten, die und deren Vorlieben, Intellekt, Neigungen und Judiz man nicht kennt. Ab einer gewissen Anzahl Rezensionen kann man sicher einen Durchschnitt bilden und den so erst einmal als Kurzeinschätzung stehen lassen. Andererseits ist natürlich auch die Frage: wer rezensiert Bücher, beispielsweise bei amazon. Zumindest für solche Bücher, die wenige Bewertungen haben, gilt häufig: nur die, die das Buch richtig gut oder richtig schlecht fanden.

Aus Versehen, denn eigentlich lese ich die Rezensionen eines Buches, das ich ohne diese erworben habe, nicht, um mir mein eigenes Urteil möglichst unbelastet bilden zu können, habe ich die Rezensionen von “Weiter weg” bei amazon gelesen. Stand heute: 3 Bewertungen, zweimal 1 Stern, einmal 5 Sterne. Kollege 5 Sterne nimmt sich Zeit, die anderen beiden haben gerade zwei Sätze der Enttäuschung zusammengebastelt und fertig.
Versuchen wir es also möglichst unvoreingenommen. Weiterlesen Weiter weg von Jonathan Franzen

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Pessimismus und Erlösung

Jeder junge Mann hat wohl während der Adoleszenz diese pessimistisch, nihilistische Phase; bester Freund dann: Arthur Schopenhauer. In diesem Sinne alles Gute zum 225. Geburtstag.

Der Lebenslauf des Menschen besteht darin, dass er, von der Hoffnung genarrt, dem Tod in die Arme tanzt.

Inwieweit das oben Gesagte für junge Damen gilt, wage und mag ich nicht zu beurteilen.

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Luxusgut!

Das passt nun wirklich nicht in einen Literaturblog, erhitzt aber dennoch momentan tagtäglich die Gemüter, da ich außerdem aus (immer) aktuellem Anlass „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer lese, passt es also auch irgendwie doch. Außerdem trifft es ebenso genau meine Meinung, die ich vielleicht nach der Lektüre des Buches revidiere, aber sicher in der Rezension darlegen werde.

Vermutlich treibt uns also nicht die Unwissenheit dazu, Billigfleisch zu kaufen. Wir weigern uns schlicht, Fleisch als das anzuerkennen, was es ist: ein Luxusgut. Wenn wir Discount-Bratwürste für 70 Cent, Billig-Bolognesesoße für 99 Cent oder Räucherlachs für 2,50 Euro kaufen, sagen wir damit auch: Sie sind nicht mehr wert. Täglich billiges und leckeres Fleisch zu konsumieren, scheinen wir als Grundrecht zu betrachten. Um nicht darauf verzichten zu müssen, kaufen wir lieber täglich Billigfleisch als einmal pro Woche gutes. So ist es kein Wunder, dass der Druck auf die Hersteller steigt, noch mehr Tiere für noch weniger Geld auf noch weniger Platz zu halten. Oder das Fleisch zur Not mit dem rund viermal billigeren Pferdefleisch zu strecken.

Schuld am Pferdefleisch-Betrug sind also zweifellos die Hersteller. Doch auch der Verbraucher sollte sich bewusst machen, dass er beim Kauf eine Verantwortung trägt und den Machenschaften der Lebensmittelindustrie nicht hilflos ausgeliefert ist. Er muss hinterfragen, wo sein Essen herkommt und sein Bewusstsein für den Wert von Fleisch und Tierprodukten schärfen. Vor allem aber muss er sich klarmachen, dass Billigpreise selten ein glücklicher Zufall sind, sondern meistens ein Zeichen dafür, dass in der Handelskette jemand zu kurz gekommen ist – entweder die Zwischenhändler, die Tiere oder die Fleischqualität.

http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2013-02/Pferdefleisch-Kommentar-Verbraucherschutz

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Weiter weg

Ein kurzes Zitat von Jonathan Franzen, das mich heute morgen im Zug begeisterte und ich nicht für mich für mich behalten kann:

Wenn Sie jeden Tag eine Stunde damit verbringen, an Ihrem Facebook-Profil zu basteln, wenn Sie keinen Unterschied darin sehen, Jane Austen auf einem Kindle oder als gedrucktes Buch zu lesen, oder wenn Sie Grand Theft Auto IV für das größte Gesamtkunstwerkt seit Wagner halten, freue ich mich für Sie, solange Sie es für sich behalten.

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“Welch Schauspiel! Aber ach! Ein Schauspiel nur!”

Und die letzte Szene suggeriert: es war doch alles bloß ein Spiel.  Ein filmisches Spiel in theatralischen Kulissen mit musicalesquen Choreographien, so verfilmt Joe Wright “Anna Karenina”.

Eine gute Idee in vielen Szenen, durch geschicktes Einbinden einer Bühne, gar des ganzen Theaters inklusive Publikum, und seien es nur die Darsteller selbst, den Film im Schauspielhaus aufzuführen.
Erscheint es anfangs hin und wieder zu aufgesetzt entfaltet dieser Einfall über den Film eine eigene Dynamik, die als Spielerei zu starken Bildern führt: einzelne Darsteller blicken auf das Geschehen wie auf die Bühne; Anna im Spot, wenn alle Welt sie als Ehebrecherin anstarrt; starke Umsetzung wie Kitty auf ihrem ersten Ball immer mit anderen statt Wronski tanzt und Anna nur mit diesem; besonders hervorzuheben das Pferderennen, bei dem Wronski stürzt und dessen Pferd das Rückgrat bricht.
Und immer wieder, wie auch im Roman, das starke Leitmotiv des ungeheuren, todbringenden Zuges. Weiterlesen “Welch Schauspiel! Aber ach! Ein Schauspiel nur!”

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Blogger schenken Lesefreude

Eine schöne Aktion zum Welttag des Buches im April, an der auch ich teilnehme. Von mir gibt es natürlich ein hier schon rezensiertes Buch, aber natürlich nur eines, das mir auch gefallen hat!

Ich zitiere einfach mal den offiziellen Text:

“Wir Buch-Blogger sind Botschafter in Sachen Lesefreude und deswegen ist der Welttag des Buches unser Tag! An diesem besonderen Feiertag wollen wir die Welt mit unserer Begeisterung für Bücher anstecken. Wir werden bloggen wie die Wilden und wir werden Bücher verschenken!

Wer kann mitmachen? Weiterlesen Blogger schenken Lesefreude
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Asche auf mein Haupt

Letzte Woche habe ich meine Online-Käufe noch mit meiner Heimatliebe gerechtfertigt, diese Woche muss ich alles zurücknehmen, denn gestern kam in der ARD eine Doku mit dem Titel “Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon” und diese wurde wo gedreht, natürlich zu Hause – in Bad Hersfeld.
Ich habe mich zwar nie der Illusion hingegeben Amazon würde seine Mitarbeiter, z.B. die “Picker und Packer” in Watte packen, aber die aufgedeckten Methoden und Missstände sind für den sorgenlosen Online-Einkäufer doch erschütternd. Leiharbeitsfirmen sind bekanntermaßen sowieso die moderne Form der Sklaverei, aber Amazon weiß auch noch wo sie ihre Mitarbeiter “internieren” können und wie sie sie gefügig machen, diese Umstände zu ertragen und nicht zu mucken.
Leider verwehrt mir die ARD-Mediathek den Link zu finden (die ist auch echt unübersichtlich!), daher kann ich hier nur die offizielle Sendeankündigung und die umfassende FAZ-Frühkritik angeben. Vielleicht hat irgendein Amazonanwalt die ARD schon abgemahnt?!

Doch lieber wieder zum örtlichen Offline-Buchhändler!

[Nachtrag] Hier der Link zum Beitrag in der ARD-Mediathek: http://www.ardmediathek.de/das-erste/reportage-dokumentation/ausgeliefert-leiharbeiter-bei-amazon?documentId=13402260

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