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Kategorie: Wie liest Du?

Wie liest Du, Peter?

718d11bd8f7fb531e14376f2ca55a204In „Wie liest Du?“ stellen in regelmäßig unregelmäßigen Abständen Kritiker, Autoren und Verlagsmitarbeiter, Blogger, Vielleser und Buchhändler ihre Art des Lesens vor. Hier geht es nicht um einzelne Inhalte, sondern vielmehr um die Technik sich ein Buch zu erarbeiten – den Akt des Lesens von außen betrachtet. Heute mit Peter Daser.

Peter Daser ist Journalist beim Österreichischen Rundfunk im Ressort für die tagesaktuelle Innenpolitik der Radio-Nachrichten. Mit Literatur hat er nur im Privatleben zu tun, teilt diese Liebe aber auf charmanteste Weise bei Twitter als @PeterDaser. Dazu betreibt er eine Seite über historische und literarische Landkarten. War James Joyce mal in Triest?

  1. Überspringst Du einzelne Stellen – gar Kapitel – oder liest Du ein Buch, wenn dann komplett?
    Normalerweise lese ich ein Buch komplett durch. Auch wenn es mir nicht mehr so gut gefällt. In ganz seltenen Fällen -wenn ich das Gefühl habe, es ist wirklich schade um die Zeit- breche ich ab.
  2. Schummelst Du und springst vor, um das Ende schneller zu erfahren? Nie. Allerdings lese ich häufig Klassiker, bei denen mir die Handlung mehr oder weniger schon vorher bekannt ist.
  3. Nutzt Du Lesezeichen (immer dasselbe/andere?) oder legst Du ein Buch offen auf die Nase?
    Ich benutze immer ein Lesezeichen, meist eines aus dünnem Karton, wie sie oft in Buchhandlungen an der Kasse aufliegen.
  4. Liest Du Taschenbücher einseitig, wie ein Magazin, indem Du das Cover komplett umklappst?
    Nein, sondern so schonend wie möglich. Öffnungswinkel <180 Grad.
  5. Liest Du lieber kurze oder lange Kapitel?
    Die Länge der Kapitel ist mir egal.
  6. Markierst Du? Mit Bleistift, Marker, Klebezettel, einfach die entsprechende Seite umknicken oder schreibst du lieber Stellen raus?
    Im Text markiere ich selten, aber wichtige Stellen schreibe ich mir manchmal mit Seitenangabe irgendwo vorne hin, manchmal auf einen Zettel.
  7. Schaust Du ältere Lektüre nochmal nach markierten Stellen durch?
    Ja, wenn ich gezielt etwas suche.
  8. Welches ist das (nichtwissenschaftliche) Buch, in dem Du am meisten markiert hast?
    Faust erster Teil. In den letzten Jahren markiere aber fast nicht mehr, weil man fast jede Stelle wieder googeln kann.
  9. Deine liebste markierte Stelle:
    Kann ich nicht sagen. Ich habe auch kein Lieblingsbuch.
  10. Benutzt Du einen eReader? Als Ergänzung zum Gedruckten – ausschließlich – gar nicht?
    Erstmals vor einigen Monaten, als ich den Arm in Gips hatte und ein normales Buch nicht halten konnte. Vielleicht komme ich wieder darauf zurück.

 

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Wie liest Du, Stefan?

In „Wie liest Du?“ stellen in regelmäßig unregelmäßigen Abständen Kritiker, Autoren und Verlagsmitarbeiter, Blogger, Vielleser und Buchhändler ihre Art des Lesens vor. Hier geht es nicht um einzelne Inhalte, sondern vielmehr um die Technik sich ein Buch zu erarbeiten – den Akt des Lesens von außen betrachtet.

Heute mit Stefan Möller, dem Hedoniker, der gerne Lesebefehle erteilt: Noch nie wurden Bücher mit so einem freundlichen Lächeln empfohlen.

1. Überspringst Du einzelne Stellen – gar Kapitel – oder liest Du ein Buch, wenn dann komplett?

Ich lege Bücher weg, wenn sie mich nicht nach rund 50 Seiten überzeugen. Und ich überspringe oftmals bestimmte Stellen, weil mich zum Beispiel selbst in guten Thrillern Actionszenen für gewöhnlich langweilen.

2. Schummelst Du und springst vor, um das Ende schneller zu erfahren?

Nein.

3. Nutzt Du Lesezeichen (immer dasselbe/andere?) oder legst Du ein Buch offen auf die Nase?

Bei Taschenbüchern knicke ich die entsprechende Seite ein, ich lege Bücher offen hin und ich verwende alles, was sich an Zetteln, Kärtchen und ähnlichem so findet, als Lesezeichen. Mitunter verwende ich sogar Lesezeichen. Selten, weil nie eins da ist, wenn man es gerade braucht.

4. Liest Du Taschenbücher einseitig, wie ein Magazin, indem Du das Cover komplett umklappst?

Nein.

5. Liest Du lieber kurze oder lange Kapitel?

Ich lese am liebsten gute Kapitel.

6. Markierst Du? Mit Bleistift, Marker, Klebezettel, einfach die entsprechende Seite umknicken oder schreibst du lieber Stellen raus?

Ich verwende Klebezettel und Bleistift.

7. Schaust Du ältere Lektüre nochmal nach markierten Stellen durch?

Nein. Ab und zu finde ich aber mal ein markiertes Buch im Bücherschrank oder auf dem Flohmarkt. Und dann frage ich mich häufig, warum die eine oder andere Stelle markiert wurde.

8. Welches ist das (nichtwissenschaftliche) Buch, in dem Du am meisten markiert hast?

Keine Ahnung, wird wohl einer der Romane sein, mit denen ich mich während meines Komparatistikstudiums beschäftigen musste.

10. Benutzt Du einen eReader? Als Ergänzung zum Gedruckten – ausschließlich – gar nicht?

Ich lese sehr viel auf meinem Tablet, allerdings fast ausschließlich journalistische Texte. Ansonsten sind in meiner Kindle-Bibliothek ein paar rechtefreie Klassiker, mehr nicht.

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Wie liest Du, Petra?

In „Wie liest Du?“ stellen in regelmäßig unregelmäßigen Abständen Kritiker, Autoren und Verlagsmitarbeiter, Blogger, Vielleser und Buchhändler ihre Art des Lesens vor. Hier geht es nicht um einzelne Inhalte, sondern vielmehr um die Technik sich ein Buch zu erarbeiten – den Akt des Lesens von außen betrachtet.

© Petra Gust-Kazakos
© Petra Gust-Kazakos

Heute mit Petra Gust-Kazakos von Philea’s Blog. Unter dem Motto „Leselust & Reisefieber“ versammeln sich auf Philea’s Blog Buch-Tipps, die zur Lektüre ermuntern möchten (nicht gelesen wird ja schon genug), Beiträge zu literarischen Themen, Interviews, Reiseberichte und Fundstücke von unterwegs – seien sie aus dem echten Leben, den virtuellen Räumen oder aus der Welt der Bücher.

1. Überspringst Du einzelne Stellen – gar Kapitel – oder liest Du ein Buch, wenn dann komplett?
Wenn ich anfange, Stellen oder gar Kapitel auszulassen, ist das immer ein Zeichen dafür, dass mir das Buch nicht besonders zusagt. Bücher, die mir gefallen, lese ich ganz.

2. Schummelst Du und springst vor, um das Ende schneller zu erfahren?
Habe ich schon ab und zu vor lauter Ungeduld gemacht, allerdings ärgere ich mich immer, dass ich es gemacht habe.

3. Nutzt Du Lesezeichen (immer dasselbe/andere?) oder legst Du ein Buch offen auf die Nase?

Ich nutze immer Lesezeichen und habe auch sehr viele, da ich sie sammle.

4. Liest Du lieber kurze oder lange Kapitel?
Das ist mir gleich, am liebsten lese ich gute.

5. Markierst Du? Mit Bleistift, Marker, Klebezettel, einfach die entsprechende Seite umknicken oder schreibst du lieber Stellen raus?
Ja, alles schon vorgekommen.

6. Schaust Du ältere Lektüre nochmal nach markierten Stellen durch?
Gelegentlich ja.

7. Welches ist das (nichtwissenschaftliche) Buch, in dem Du am meisten markiert hast?
Zuletzt F von Daniel Kehlmann.

8. Deine liebste markierte Stelle:

Da gibt es jede Menge Stellen, die mir zu bestimmten Zeiten besonders wichtig waren; eine absolute Lieblingsstelle habe ich nicht.

9. Benutzt Du einen eReader? Als Ergänzung zum Gedruckten – ausschließlich – gar nicht?
Gar nicht, auch wenn ich schon häufiger mit dem Gedanken spielte, um mir mein Reisegepäck zu erleichtern.

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Wie liest Du, Charlotte?

In „Wie liest Du?“ stellen in regelmäßig unregelmäßigen Abständen Kritiker, Autoren und Verlagsmitarbeiter, Blogger, Vielleser und Buchhändler ihre Art des Lesens vor. Hier geht es nicht um einzelne Inhalte, sondern vielmehr um die Technik sich ein Buch zu erarbeiten – den Akt des Lesens von außen betrachtet.

besonders_buch_Wie-liest-DuHeute mit Charlotte Lacroix, die auf besonders buch über besonders auffällig und schön gestaltete Bücher, Buchkunst aus aller Welt und Nachrichten vom Buchmarkt und aus der Verlagswelt berichtet.

1.Überspringst Du einzelne Stellen – gar Kapitel – oder liest Du ein Buch, wenn dann komplett?

Ich lese meine Bücher fast immer komplett. Aber es gibt eine Regel: wenn es mich nach 100 Seiten unsäglich langweilt, wenn mich das Buch nervt oder sogar ärgert, dann „darf“ ich es weglegen. Das kommt so 2-3 mal im Jahr vor und ist mir zum letzten Mal (leider) bei Die Insel von Wassili Golowanow passiert.

2. Schummelst Du und springst vor, um das Ende schneller zu erfahren?

Niemals. Da bin ich schon sehr konservativ…

3. Nutzt Du Lesezeichen (immer dasselbe/andere?) oder legst Du ein Buch offen auf die Nase?

Puh, das ist eine fiese Frage, denn ich behandle bestimmt nicht alle Bücher so, wie das empfehlenswert wäre. Lesezeichen finde ich schöne Objekte, benutze sie aber so gut wie nie. Bei mir kommen Taschentücher, Notizzettel, auch mal Medikamentenschachteln etc. zwischen die Seiten.

4. Liest Du Taschenbücher einseitig, wie ein Magazin, indem Du das Cover komplett umklappst?

Das mag es in der Vergangenheit gegeben haben. Inzwischen kaufe ich aber so gut wie gar keine Taschenbücher mehr.

5. Liest Du lieber kurze oder lange Kapitel?

Ich mag Bücher, die in Kapitel gegliedert sind. Wenn es dann auch noch ein Inhaltsverzeichnis gibt, kann man sich so schön auf das vorbereiten, was einen erwartet. Ob das Kapitel lang oder kurz ist, ist mir aber egal.

6. Markierst Du? Mit Bleistift, Marker, Klebezettel, einfach die entsprechende Seite umknicken oder schreibst du lieber Stellen raus?

Auch das mag es in der Vergangenheit – vor allem zu Studienzeiten – gegeben haben. Sowohl den Bleistift, sogar den Kugelschreiber, als auch die umgeknickte Seite. Aber wenn ich merke, dass ein Buch mit Liebe gestaltet ist und dass sich der Verleger/ Gestalter wirklich etwas bei der Umsetzung gedacht hat, dann bringe ich das nicht übers Herz. In den Bücher, die ich für besonders buch rezensiere, wird nichts markiert.

7. Schaust Du ältere Lektüre nochmal nach markierten Stellen durch?

Ja, sehr gerne. Auch wenn ich nichts markiert habe, habe ich meistens ein sehr gutes Gedächtnis dafür, welche Sätze wo gestanden haben.

8. Welches ist das (nichtwissenschaftliche) Buch, in dem Du am meisten markiert hast?

Definitv Malina von Ingeborg Bachmann, das Buch, über das ich meine Abschlussarbeit geschrieben habe. Das ist in allen Regenbogenfarben markiert, mit Notizen versehen, kurz gesagt: es ist jetzt ganz und gar MEIN Buch.

9. Deine liebste markierte Stelle:

Stammt aus Les Choses von Georges Perec (großartiges Buch!) und ist leider auf Französisch. Sie schildert den Zusammenhalt, das großartige Verbundenheitsgefühl das ein junges Pärchen beim Spazieren an einem lauen Sommerabend verspürt: „Alors ils se sentaient les maîtres du monde. Ils ressentaient une exaltation inconnue, comme s’ils avaient été détenteurs de secrets fabuleux, de forces inexprimables.“

10. Benutzt Du einen eReader? Als Ergänzung zum Gedruckten – ausschließlich – gar nicht?

Ich habe einen eReader, soviel kann ich sagen. Ich kann aber auch sagen, dass ich noch kein einziges Buch auf meinem eReader zu Ende gelesen habe. Irgendwie hat es noch nicht gefunkt, zwischen meinem eReader und mir.

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Wie liest Du, Philipp?

In „Wie liest Du?“ stellen in regelmäßig unregelmäßigen Abständen Kritiker, Autoren und Verlagsmitarbeiter, Blogger, Vielleser und Buchhändler ihre Art des Lesens vor. Hier geht es nicht um einzelne Inhalte, sondern vielmehr um die Technik sich ein Buch zu erarbeiten – den Akt des Lesens von außen betrachtet.

Heute mit Philipp Spreckels von Comic Kladde.

Der Literaturblog „Comic Kladde“ beschäftigt sich mit aktuellen Comics und Graphic Novels. Was den Blog von vielen anderen unterscheidet: Statt kurzer Texte experimentiert Philipp Spreckels mit langen Interviews, essayistischen Analysen und versieht seine Artikel zum Teil auch mit selbst gestalteten (Info)Grafiken.

1. Überspringst Du einzelne Stellen – gar Kapitel – oder liest Du ein Buch, wenn dann komplett?

a. Viel schlimmer. Ich lese als Erstes immer den letzten Satz eines Romans. Manchmal führt das zu interessanten Verwirrungen, da mir häufig der Kontext zur korrekten Interpretation der Informationen fehlt. Schuld ist also eher die Lust an der Verwirrung als das nicht-aushalten-können der Spannung. Bei Comics ist es anders: Da die letzte Seite meist sehr viel verrät, spare ich sie mir bis zum Schluss auf.

b. Es gibt jedoch auch Buchteile, die ich regelmäßig überspringe. So ignoriere ich die bei Graphic Novels häufig vorangestellten Vorworte und Grußworte bewusst, um mir zunächst ein eigenes Bild von der Geschichte zu machen … bevor ich mich mit den Interpretationen und Lobeshymnen Dritter beschäftige.

2. Schummelst Du und springst vor, um das Ende schneller zu erfahren?

a. Wenn der letzte Satz nicht zählt … nein. Ich brauche Zeit und Muße zum Lesen von Romanen. Wenn ich Texte überfliege oder quer lese, hinterlässt das bei mir immer einen schalen Beigeschmack. Das Gefühl, etwas verpasst zu haben oder spätere Stellen nicht entziffern zu können, ist mir unangenehm. Lieber breche ich einen Roman ab, als ein Kapitel zu überspringen.

b. Beim Comic ist es wieder anders. Es kann durchaus vorkommen, dass mich ein Comic auf der grafischen Ebene überzeugt, die Texte jedoch enttäuschen. So habe ich festgestellt, dass ältere Comicgeschichten, wie Jim Sterankos S.H.I.E.L.D., von ganz anderen Seh- bzw. Lesegewohnheiten ausgehen. Wenn mich ein Comic genügend frustriert, ignoriere ich die Sprechblasen und lese die Story nur auf der Bildebene zu Ende.

3. Nutzt Du Lesezeichen (immer dasselbe/andere?) oder legst Du ein Buch offen auf die Nase?

Ich benutze das, was gerade zur Hand ist: Zeitungsschnipsel, Quittungen, Notizblätter, Postkarten, Bonbonpapier. Wenn es sich nicht gerade um eine schöne Hardcoverausgabe oder einen Comic handelt, schrecke ich auch vor Eselsohren nicht zurück. Man sieht: Im Gegensatz zu einfachen Taschenbüchern haben Comics für mich fast immer etwas Bibliophiles an sich.

4. Liest Du Taschenbücher einseitig, wie ein Magazin, indem Du das Cover komplett umklappst?

Auch wenn ich für viele Eselsohren verantwortlich bin: Das Umklappen bringe ich nicht übers Herz.

5. Liest Du lieber kurze oder lange Kapitel?

Ich bevorzuge gute Kapitel.

6. Markierst Du? Mit Bleistift, Marker, Klebezettel, einfach die entsprechende Seite umknicken oder schreibst du lieber Stellen raus?

a. Das kommt ganz darauf an, wofür ich im lese. Wenn ich ein Buch nur für den eigenen Genuss aufschlage, notiere ich mir nur selten ein paar Stichworte in meiner Kladde oder speichere sie auf meinem Smartphone ab. Für die lebhaften Diskussionen im Comiclesekreis greife ich oft auf Klebezettel zurück. Um bei 20-30 Notizen pro Comic schnell fündig zu werden, versehe ich die Zettel meist mit kleinen Piktogrammen und Symbolen.

b. Wenn ich einen Comic auf meinem Blog besprechen möchte, liegt meine Kladde immer griffbereit. Hier notiere ich mir einzelne Passagen, Seitenzahlen, fertige kleine Skizzen an und schreibe Ideen nieder die mir beim Lesen kommen. Aus diesem Fundus entstehen in Verbindung mit meinem Laptop später allmählich die Artikel für die Comic Kladde.

7. Schaust Du ältere Lektüre nochmal nach markierten Stellen durch?

Nicht so, wie Du denkst. Wenn ein Wälzer in meinen Besitz gelangt, notiere ich auf der ersten leeren Seite immer drei Dinge: wann, wo und ggf. warum ich mir das Buch gekauft habe oder wer es mir geschenkt hat. So kann ich später noch mal nachschauen, in welchem Urlaub ich „Der Name der Rose“ gelesen habe oder wo ich „Jimmy Corrigan“ gekauft habe.

8./9.

10. Benutzt Du einen eReader? Als Ergänzung zum Gedruckten – ausschließlich – gar nicht?

Noch nicht. Die aktuellen Geräte stellen mich, was Größe und Flexibilität aber auch was den Datenschutz anbelangt, noch nicht zufrieden. Außerdem fehlt mir der Geruch. So ein nach Druckerschwärze duftendes Buch / Comic, das hat schon was Sinnliches an sich.

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Wie liest Du, Kerstin?

In „Wie liest Du?“ stellen in regelmäßig unregelmäßigen Abständen Kritiker, Autoren und Verlagsmitarbeiter, Blogger, Vielleser und Buchhändler ihre Art des Lesens vor. Hier geht es nicht um einzelne Inhalte, sondern vielmehr um die Technik sich ein Buch zu erarbeiten – den Akt des Lesens von außen betrachtet. Heute mit Kerstin Pistorius von Atalantes Historien, einem grandiosen Blog, auf dem die besprochenen Bücher alle ziemlich nah an meinem Geschmack sind. Wer von mir die Nase voll hat oder wer dies liest und noch nie auf Kerstins Blog war: sofort hier klicken!

1. Überspringst Du einzelne Stellen – gar Kapitel – oder liest Du ein Buch, wenn dann komplett?

Klar, auch ich habe schon Passagen übergangen, aber so etwas kann sich rächen. Ich erinnere mich bei „Die Entdeckung des Himmels“ den Prolog erst mal bei Seite gelassen zu haben, dadurch blieb mir Wesentliches zunächst verborgen. Vielleicht war es auch gar nicht so schlecht, die Lektüre war umso geheimnisvoller. Am Ende war ich schließlich so beeindruckt von dem Roman, daß ich den Prolog freiwillig nachholte.

Wenn mich heute während des Lesens ein starker Drang zum Galopp befällt, deute ich das als erste Aufforderung ganz raus zu springen.

2. Schummelst Du und springst vor, um das Ende schneller zu erfahren?

Nur wenn die Handlung schlicht und vorhersehbar ist, dann überprüfe ich, ob meine Prognose eintritt und vermeide weitere Zeitverschwendung. Zuletzt bei einem hochgelobten historischen Roman, dessen Titel ich verdrängt habe. Es liegt lange zurück und war irgendwas mit Säulen.

3. Nutzt Du Lesezeichen (immer dasselbe/andere?) oder legst Du ein Buch offen auf die Nase?

Alles ist möglich, ganz nach Stimmung. Ich schätze Lesebändchen. Bücher, die ohne daherkommen, müssen das nächstbeste zwischen ihren Seiten ertragen, Tempos, Tickets oder Teebeuteletiketten.

4. Liest Du Taschenbücher einseitig, wie ein Magazin, indem Du das Cover komplett umklappst?

Nö, ich lese auch Magazine nie so, außer beim Zähneputzen.

5. Liest Du lieber kurze oder lange Kapitel?

Inhalt kommt vor Form.

6. Markierst Du? Mit Bleistift, Marker, Klebezettel, einfach die entsprechende Seite umknicken oder schreibst du lieber Stellen raus?

Meine alten Bücher haben Bleistiftunterstreichungen und Notizen, bisweilen zur Freude derer, die das Buch nach mir lesen und mich darauf ansprechen. Manchmal kommt mir mein früheres Ich dann sehr seltsam vor.

In letzter Zeit sind Post-its meine Favoriten, aber nur die, die mehr als drei Romane überstehen.

7. Schaust Du ältere Lektüre nochmal nach markierten Stellen durch?

Nein, aber manchmal muss ich mich erklären, s.o. (auch das ein Argument für Post-its.)

8. Welches ist das (nichtwissenschaftliche) Buch, in dem Du am meisten markiert hast?

Wahrscheinlich Prousts Recherche, wenn ich sie eines Tages zu Ende gelesen haben werde.

9. Deine liebste markierte Stelle:

… befindet sich aktuell in Wilhelm Genazinos neuem Roman Bei Regen im Saal.

„Um leben zu können, musst du kaltblütig am Unverstandenen vorbeigehen und dich nicht nach ihm umdrehen.“

10. Benutzt Du einen eReader? Als Ergänzung zum Gedruckten – ausschließlich – gar nicht?

Seit einem Verlags-Projekt bin ich im Besitz eines Kindle. Nach kurzer Selbstbefragung, ob ich so etwas überhaupt nutzen will, freue ich mich inzwischen darüber, besonders in schlaflosen Nächten und auf Reisen. Ich bevorzuge allerdings die guten, alten Papierdinger. Eine unmarkierte Stelle finde ich in einem dreidimensionalen Buch viel leichter.

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Wie liest Du, Manuela?

In „Wie liest Du?“ stellen in regelmäßig unregelmäßigen Abständen Kritiker, Autoren und Verlagsmitarbeiter, Blogger, Vielleser und Buchhändler ihre Art des Lesens vor. Hier geht es nicht um einzelne Inhalte, sondern vielmehr um die Technik sich ein Buch zu erarbeiten – den Akt des Lesens von außen betrachtet. Heute mit Manuela Hofstätter, einer der profiliertesten Literaturbloggerinnen im deutschsprachigen Raum.

1. Überspringst Du einzelne Stellen – gar Kapitel – oder liest Du ein Buch, wenn dann komplett?
Ganz, oder gar nicht. Es kommt gelegentlich vor, dass ich ein Buch weglege, aber ich lese ein Buch immer von der ersten bis zur letzten Seite, manche Passagen oft auch mehrmalig.

2. Schummelst Du und springst vor, um das Ende schneller zu erfahren?
Igitt, eine frevlerische Tat gegenüber den Schriftstellern, das mache ich nicht!!

3. Nutzt Du Lesezeichen (immer dasselbe/andere?) oder legst Du ein Buch offen auf die Nase?
Alles schon vorgekommen, ich habe sehr viele Lesezeichen, doch selten bei der Hand, so landen im Buch weitaus öfters Schokoladen-, Bonbonpapierchen oder ein Streifen aus der Zeitung.

4. Liest Du Taschenbücher einseitig, wie ein Magazin, indem Du das Cover komplett umklappst?!
Nein, das arme Taschenbuch will auch angemessen behandelt werden.

5. Liest Du lieber kurze oder lange Kapitel?
Das ist mir völlig egal. Merke bei der Frage gerade, dass ich Kapitel oft gar nicht wahrnehme.

6. Markierst Du? Mit Bleistift, Marker, Klebezettel, einfach die entsprechende Seite umknicken oder schreibst du lieber Stellen raus?
Ich mag Klebezettel in verschiedenen Farben, das Taschenbuch, hier muss ich es doch
eingestehen, das kriegt oft ein Eselsohr oder mehrere.

7. Schaust Du ältere Lektüre nochmal nach markierten Stellen durch?
Selten, weit häufiger ärgere ich mich darüber, eine Stelle nicht mehr zu finden, da ich eben wenig markiere.

8. Welches ist das (nichtwissenschaftliche) Buch, in dem Du am meisten markiert hast?
Erich Fromm: Die Kunst zu lieben.

9. Deine liebste markierte Stelle:
Die ist eben noch nicht markiert, die suche ich immer noch.

10. Benutzt Du einen eReader? Als Ergänzung zum Gedruckten – ausschließlich – gar nicht?
Ich liebe meinen eReader, ich vergesse tatsächlich schon mal, das ich ein Gerät in den Händen halte anstatt ein Buch. Ich kann so dem Platzmangel für die Bücher ein wenig entgegenwirken, aber es werden sich immer mehr Papierberge erheben um mich herum, als dass Seiten auf dem Reader gespeichert sind. Das Buch in der Hand, das ist Sinnlichkeit pur.

manu2014Manuela Hofstätter ist Buchhändlerin und betreibt den Literaturblog lesefieber.ch, der weit über die Grenzen der Schweiz hinaus bekannt ist. Stand heute sind dort sagenhafte 759 Rezensionen online!

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Wie liest Du, Alex

In „Wie liest Du?“ stellen in regelmäßig unregelmäßigen Abständen Kritiker, Autoren und Verlagsmitarbeiter, Blogger, Vielleser und Buchhändler ihre Art des Lesens vor. Hier geht es nicht um einzelne Inhalte, sondern vielmehr um die Technik sich ein Buch zu erarbeiten – den Akt des Lesens von außen betrachtet. Heute mit Alex Schau von Neue Wörtlichkeit.

1. Überspringst Du einzelne Stellen – gar Kapitel – oder liest Du ein Buch, wenn dann komplett?

Ich lese prinzipiell jede Seite, jeden Absatz, jedes Wort. Einzig beim „Herrn der Ringe“ habe ich teilweise bündelweise vorgeblättert. Ich bin kein Freund von ausufernden Landschaftsbeschreibungen 😉

2. Schummelst Du und springst vor, um das Ende schneller zu erfahren?

Nein.

3. Nutzt Du Lesezeichen (immer dasselbe/andere?) oder legst Du ein Buch offen auf die Nase?

Ich lese eigentlich seit geraumer Zeit fast nur noch eBooks. Das Praktische daran ist, dass ich genau dort weiterlesen kann, wo ich aufgehört habe. In diesem Sinne: Ja zu (digitalen) Lesezeichen!

4. Liest Du Taschenbücher einseitig, wie ein Magazin, indem Du das Cover komplett umklappst?

Die armen Bücher …

5. Liest Du lieber kurze oder lange Kapitel?

Das kann ich so pauschal nicht sagen. Wenn das Buch gut ist, gern lange Kapitel. Bei schlechten Büchern sind oft schon kurze Kapitel zu lang.

6. Markierst Du? Mit Bleistift, Marker, Klebezettel, einfach die entsprechende Seite umknicken oder schreibst du lieber Stellen raus?

Ich nutze eine App (Readmore), in der ich mir erinnernswerte Stellen markiere und/oder herauskopiere. Zum einen hilft mir das als Gedankenstütze für Rezensionen, zum anderen ist es ein tolles Gefühl, immer mal wieder bereits gelesene Bücher hervorzuholen und zu schauen, welche Textstellen mir damals während des Lesens so wichtig waren, dass ich sie aufgeschrieben habe.

7. Schaust Du ältere Lektüre nochmal nach markierten Stellen durch?

Siehe vorherige Antwort.

8. Welches ist das (nichtwissenschaftliche) Buch, in dem Du am meisten markiert hast?

Saša Stanišićs Roman „Vor dem Fest“. Dieses Buch ist eine Fundgrube an sprachlicher Schönheit. Eigentlich könnte man es Wort für Wort abschreiben, weil jeder Satz für sich ein Kunstwerk ist.

9. Deine liebste markierte Stelle:

Viel Zeit ist seitdem vergangen. Den Pestteufel gibt es nicht mehr. Alle dreizehn Jahre aber, an einem Abend im Herbst, schweigen die Frösche und schweigt der Wind und schweigt das Wasser und hört man ein Keuchen und das Geräusch schwerer Ruderschläge und eine heisere Stimme, die ruft: »Sag, alter Mann, fällt dir das Rudern schwer?«.

10. Benutzt Du einen eReader? Als Ergänzung zum Gedruckten – ausschließlich – gar nicht?

Ich liebe eBooks, und ich würde meinen eBook-Reader um nichts in der Welt mehr hergeben. Schade ist nur, dass viele ältere Titel nicht in digitaler Version zu bekommen sind. Ich greife natürlich auch immer wieder gern zu einem gedruckten Buch, aber ich gebe es gern zu: Ich liebe Technik, und die Symbiose aus Literatur und einem Display ist für mich das Höchste der Gefühle.

logoAlex Schau glaubt an die Macht der Literatur und gute Bücher. Die „Neue Woertlichkeit“ hat sich voll und ganz der schönsten Hauptsache der Welt verschrieben: Dem Lesen.

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Wie liest Du, Uwe?

In „Wie liest Du?“ stellen in regelmäßig unregelmäßigen Abständen Kritiker, Autoren und Verlagsmitarbeiter, Blogger, Vielleser und Buchhändler ihre Art des Lesens vor. Hier geht es nicht um einzelne Inhalte, sondern vielmehr um die Technik sich ein Buch zu erarbeiten – den Akt des Lesens von außen betrachtet. Heute mit Uwe Kalkowski von Kaffeehaussitzer.

1. Überspringst Du einzelne Stellen – gar Kapitel – oder liest Du ein Buch, wenn dann komplett?

Ich lese ein Buch immer komplett – oder breche es ab, wenn es mir gar nicht gefallen sollte. Jedes Buch hat seine Zeit und manchmal passt es einfach nicht zur momentanen Stimmung oder irgendetwas anderes ist nicht so, wie es sein sollte. Dann kommt es zurück ins Regal. Ich habe einige Bücher, die mir erst beim zweiten oder dritten Versuch gefallen haben. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man immer gut mit ungelesenen Büchern bevorratet ist – aber das sollte einen Buchmenschen ja nicht vor ein Problem stellen. Wenn mir übrigens ein Buch ganz und gar nicht gefällt, dann habe ich auch keine Skrupel, es einfach wegzuschmeißen. Das kann durchaus eine befreiende Erfahrung sein.

2. Schummelst Du und springst vor, um das Ende schneller zu erfahren?

Nie! Es ist mir schon passiert, dass ich auf die letzte Seite geschaut habe, um zu sehen, wie viele Seiten das Buch hat und mir dabei eine Formulierung ins Auge gesprungen ist, durch die man die Auflösung der Geschichte erahnen konnte – das hat mir das gesamte Lesevergnügen verdorben.

3. Nutzt Du Lesezeichen (immer dasselbe/andere?) oder legst Du ein Buch offen auf die Nase?

Aufklappt mit dem Buchrücken nach oben lege ich ein Buch nie hin! Es tut mir schon fast körperlich weh, wenn ich sehe, dass es so behandelt wird. Wenn ich ein Buch gelesen habe, könnte man es danach als neuwertig verkaufen – wobei ich nicht extra darauf achte, Bücher besonders pfleglich zu behandeln, das geschieht völlig unbewußt. Es ist einfach so. Nur eine Marotte habe ich tatsächlich: Es stört mich ungemein, wenn gebundene Bücher nach dem Lesen „schief“ gelesen sind. Also falte ich die Seiten wieder zurück, damit der Buchblock wieder gerade steht. Meine Freunde halten das für ein wenig wunderlich, aber damit kann ich leben. Und als Lesezeichen nehme ich immer das, was mir gerade in die Hände kommt, von Fahrkarten über Einkaufszettel bis zu (unbenutzten) Papiertaschentüchern. Da findet man manchmal auch nette Urlaubserinnerungen wieder.

4. Liest Du Taschenbücher einseitig, wie ein Magazin, indem Du das Cover komplett umklappst?

Aua.

5. Liest Du lieber kurze oder lange Kapitel?

Das ist mir vollig egal, jedes Buch ist anders. Manche Autoren wie z.B. Don Winslow arbeiten mit Kapiteln, die manchmal nur aus zwei Wörtern bestehen, andere Autoren packen epische Textlängen in die einzelnen Kapitel – wenn mich ein Buch fesselt, achte ich nicht auf den Kapitelaufbau.

6. Markierst Du? Mit Bleistift, Marker, Klebezettel, einfach die entsprechende Seite umknicken oder schreibst du lieber Stellen raus?

Beim Lesen habe ich immer einen Bleistift griffbereit und markiere Stellen: Wenn mir ein Satz besonders gut gefällt, wenn mich eine Stelle in diesem Moment besonders bewegt, bei Sachbüchern zentrale Aussagen zum Thema.

7. Schaust Du ältere Lektüre nochmal nach markierten Stellen durch?

Das mache ich sehr oft. Es ist manchmal wie eine kleine Zeitreise in die eigene Vergangenheit, wenn man liest, was man zehn Jahr zuvor als wichtig erachtet hat. Ich kann mich dann oftmals an die Situation erinnern, in der ich das Buch gelesen habe und was mir der Text in diesem Moment bedeutete.

8. Welches ist das (nichtwissenschaftliche) Buch, in dem Du am meisten markiert hast?

„Die Schlafwandler“ von Christopher Clark. Oder ist das jetzt ein zu wissenschaftlicher Titel? Ich finde nicht, es läuft eher unter populäres Sachbuch. Um es nach der Lektüre in meinem Blog zu besprechen, habe ich mir eine Menge Notizen gemacht und Stellen markiert. Das Thema des Buches ist so komplex, dass ich ohne diese Markierungen Mühe gehabt hätte, die 720 Seiten über politische Verstrickungen in einem Blogbeitrag mit knapp 1.200 Wörtern zusammenzufassen und zu bewerten. Ein Bild davon liefere ich mit und wer wissen möchte, was dabei herausgekommen ist, bitte hier entlang.

9. Deine liebste markierte Stelle:

Die gibt es, eigentlich sind es zwei und ich kann mich nicht entscheiden, welche mir mehr bedeutet. Zu diesem Thema gibt es in meinem Blog eine eigene Rubrik, sie heißt „Textbausteine“. Die Textstellen, die ich meine, sind von Oscar Wilde und von Franz Kafka. In „Das Bildnis des Dorian Gray“ habe ich einen der wunderbarsten Sätze gefunden, den ich kenne. Und in Kafkas Erzählung „Die Fürsprecher“ gibt es eine Stelle, die mich das positive Denken schlechthin gelehrt hat. Ja, wirklich von Franz Kafka.

10. Benutzt Du einen eReader? Als Ergänzung zum Gedruckten – ausschließlich – gar nicht?

Ich lese und arbeite den ganzen Tag mit Texten am Bildschirm. Ich liebe die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation und des Sozialen Netzes. Und ebenso liebe ich gedruckte Bücher. E-Books machen mir keinen Spaß, aber ich finde es praktisch, mir eine Leseprobe aufs Smartphone oder iPad herunterzuladen, um einen Eindruck von einem Buch zu bekommen, bevor ich es mir in einer Buchhandlung kaufe. Und zwar ausschließlich dort. Aber das ist noch einmal eine ganz andere Geschichte.

Uwe Kalkowski bloggt auf Kaffeehaussitzer über Bücher, Photos und Texte.

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